Kommentar
Große Erwartungen

Jetzt also ist es amtlich, und man darf gespannt sein, ob der Neue die großen Erwartungen der Bürger wie auch seiner Unterstützer-Schar erfüllen wird, erfüllen kann. Ebenso gespannt sein darf man darauf, wie Horstmanns Zusammenarbeit mit jenen sein wird, die ihn für zu jung und zu unerfahren halten und öffentlich unterstellten, dass er eine „Marionette“ seiner diversen Unterstützer werden könne.

Sonntag, 27.09.2020, 21:06 Uhr
Kommentar: Große Erwartungen

Zwar schlug die Rathaustür, in der Peter Horstmann schon mit einem Bein gestanden hatte, noch einmal zu. Doch im Grunde war bereits am Sonntag, dem 13., glasklar, wer neuer Verwaltungschef werden würde. Vor allem viele junge Wähler scheinen der Freckenhorster und seine Unterstützer mehr angesprochen zu haben, als CDU und FDP es vermochten.

Jetzt also ist es amtlich, und man darf gespannt sein, ob der Neue die großen Erwartungen der Bürger wie auch seiner Unterstützer-Schar erfüllen wird, erfüllen kann. Ebenso gespannt sein darf man darauf, wie Horstmanns Zusammenarbeit mit jenen sein wird, die ihn für zu jung und zu unerfahren halten und öffentlich unterstellten, dass er eine „Marionette“ seiner diversen Unterstützer werden könne.

Womit wir beim fiesen Teil eines ungewöhnlichen, coronabedingt in weiten Teilen ausschließlich virtuell stattfindenden, lange Zeit fairen Wahlkampfes wären. In den vergangenen zwei Wochen hat sich gezeigt, dass gut gemeint tatsächlich nicht immer gut gemacht ist. Dass ein unbedachter Spruch an der Theke eher verziehen wird, als ein verletzender Post bei Facebook. Dass sich in den sogenannten Sozialen Netzwerken leider auch immer asoziale Netzwerker tummeln, die auf jeden und alles eindreschen. Natürlich waren jene Linke-Unterstützer, die in Briefen penetrant um die Gunst der Wähler bettelten, im selben Atemzug den Herausforderer und dessen Unterstützer abkanzelten und „bleierne Zeiten“ für Warendorf prophezeiten, schlecht beraten. Doch mit ihrer anschließend im Netz von politisch Andersdenkenden genüsslich breitgetretenen Aktion erwiesen nicht nur sie ihrem Kandidaten einen Bärendienst.

Nein, diesen Vorwurf müssen sich auch jene gefallen lassen, die in einem WhatsApp-Chat dazu aufriefen, Linke „den Rest zu geben“ und Geld für eine Werbeaktion des Huerkamp-Unterstützerteams zu sammeln, das seit dem Wahlabend hinter Horstmann stand. Sie hätten für dieses üble Foul die Rote Karte verdient, haben sie doch nicht nur Horstmann geschadet, sondern auch Huerkamp in Misskredit gebracht und genötigt, sich von dieser zweifelhaften Aktion zu distanzieren.

Bleibt zu hoffen, dass die analoge Debattenkultur niemals auf das nicht nur in Warendorf bisweilen unterirdische Niveau virtueller Diskussionen bei Facebook und Co. sinken möge.

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