Markus Austerhoff fängt besondere Stimmungen ein
Der mit dem Herzen fotografiert

Warendorf -

Im richtigen Berufsleben ist er Metallbaumeister – rational, logisch und durchdacht. Die Leidenschaft für die Fotografie entdeckte der 55-Jährige erst vor zwei Jahren. Markus Austerhoff hat seitdem seinen Blick geschärft, geht achtsam durch die Welt, sieht Dinge, die den meisten Menschen verborgen bleiben. Auf der Suche nach dem perfekten Motiv ist er ein bis zwei Mal pro Woche im Warendorfer Raum unterwegs. Auch nachts. Jetzt hat er ein Fotobuch herausgebracht.

Donnerstag, 15.10.2020, 04:35 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 17:26 Uhr
Der Kirchplatz von St. Laurentius erstrahlt in einem besonderen Licht.
Der Kirchplatz von St. Laurentius erstrahlt in einem besonderen Licht.

Wo andere achtlos durch Warendorf gehen, ist Markus Austerhoff ganz aufmerksam. Der Warendorfer ist Hobbyfotograf und immer auf der Suche nach dem perfekten Motiv – oder besser gesagt, auf der Suche nach der besonderen Stimmung. Seine Bilder gleichen oft Kunstwerken. Aber Künstler will er eigentlich keiner sein. Denn er erfindet nichts, erschafft nichts. Was Markus Austerhoff kann, ist Realität abzubilden.

Im richtigen Berufsleben ist er Metallbaumeister – rational, logisch und durchdacht. Die Leidenschaft für die Fotografie entdeckte der 55-Jährige erst vor zwei Jahren. Markus Austerhoff hat seitdem seinen Blick geschärft, geht achtsam durch die Welt, sieht Dinge, die den meisten Menschen verborgen bleiben. Auf der Suche nach dem perfekten Motiv ist er ein bis zwei Mal pro Woche im Warendorfer Raum unterwegs. Auch nachts. Er nimmt sich die Zeit, Situationen zu erleben - sie einzufangen und festzuhalten. „Und manchmal steht man einfach ganz zufällig vor dem perfekten Motiv.“ Der Emssee, die Altstadt, das ist sein Revier. Bewusst keine Pferdeköpfe, keine Bungen, kein Mariä Himmelfahrt – stattdessen Marktplatz, Petersiliengasse, Emssee oder der Wasserturm, wie man ihn wohl noch nie gesehen hat, sagt Austerhoff. Keine Massenware, besondere, individuelle Augenblicke, die will der Hobbyfotograf schaffen.

Auf der Facebook-Seite „Du bis Warendorfer, wenn . . .“ stellt er immer Bilder aus. Denn er findet es schade, wenn seine Fotos nur auf der Festplatte verstauben würden. Und die Resonanz bestätigt ihn. Seit eineinhalb Jahren macht er das und hat inzwischen jede Menge Fans und Likes (Gefällt-mir-Buttons). Sogar aus North Carolina im Osten der Vereinigten Staaten bekam er Post. „Viele sagen mir: Du hast den richtigen Blick, deine Bilder sehen ganz anders aus als andere, sehr stimmungsvoll.“

Die große Resonanz auf seine Bilder bekräftigte Markus Austerhoff, jetzt ein Fotobuch herauszubringen mit dem Titel „Eine Liebeserklärung an unsere schöne Stadt“. Gezeigt werden über 50 Bilder im Din-A-4-Format. „Mit meinen Fotos möchte ich den Menschen zeigen, in welch schöner Umgebung sie leben.“

40 Fotobücher hat der Warendorfer bestellt, davon sind 30 bereits vergeben. Das Fotobuch kostet 20 Euro und ist ab Samstag, 17. Oktober, im Eine-Welt-Laden am Krickmarkt in Warendorf erhältlich oder kann dort vorbestellt werden. Der Erlös geht eins zu eins an die Wärmestube, die vom SKM, Katholischer Verband für soziale Dienste im Kreisdekanat Warendorf, betrieben wird. „Nein, Geld verdienen möchte ich nicht mit dem Fotobuch“, sagt Austerhoff, der ehrenamtlich im Caritas-Sachausschuss mitarbeitet und auch im Pfarreirat der Laurentius-Gemeinde und im Chor „Kreuz und Quer“ aktiv ist. Es sind die kleinen Geschichten, die ihn nach der Veröffentlichung eines Fotos erreichen und die ihm viel mehr geben als Geld. „Wenn mich jemand fragt, was machst du anders oder womit fotografierst du, dann antworte ich: mit dem Herzen.“

Eine Geschichte ist dem Hobbyfotografen besonders ans Herzen gegangen: „Ich war auf dem Friedhof, stand am Grab meiner Eltern, als mich eine WhatsApp meiner Frau erreichte. Meine demente Schwiegermutter hatte sich mein Fotobuch angeschaut und hat sich beim Anblick der Farben plötzlich erinnern können. Da stand für mich fest: Das Buch muss in jedes Alten- und Seniorenheim in Warendorf. Kostenlos werde ich jeder Einrichtung ein Exemplar zur Verfügung stellen.“

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