Corona-Fallzahlen steigen weiter / Inzidenz liegt bei 60,5
Kreis will Ausnahmen prüfen

Kreis Warendorf -

Die Zahlen steigen weiter. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag erstmals knapp die kritische 50er-Marke überschritten hatte und der Kreis Warendorf, wie berichtet, zum Risikogebiet erklärt worden war, gab die Kreisverwaltung am Sonntagmittag den neuen Wert bekannt: 60,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Sonntag, 18.10.2020, 13:32 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 18:30 Uhr
Nach dem Kreis Recklinghausen und der Stadt Gelsenkirchen weist der Kreis Warendorf derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Regierungsbezirk Münster auf. In Ahlen gibt es mit 134 akut Erkrankten weiterhin die meisten aktiven Corona-Fälle (
Nach dem Kreis Recklinghausen und der Stadt Gelsenkirchen weist der Kreis Warendorf derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Regierungsbezirk Münster auf. In Ahlen gibt es mit 134 akut Erkrankten weiterhin die meisten aktiven Corona-Fälle ( Foto: Bezirksregierung Münster/Kreis Warendorf

Die Zahlen steigen weiter. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag erstmals knapp die kritische 50er-Marke überschritten hatte und der Kreis Warendorf, wie berichtet, zum Risikogebiet erklärt worden war, gab die Kreisverwaltung am Sonntagmittag den neuen Wert bekannt: 60,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Dringend erwartet wurde im Warendorfer Kreishaus am Freitagabend derweil die neue Corona-Schutzverordnung des Landes Diese sehe jetzt unter anderem mögliche Ausnahmen von den strengeren Regeln für einzelne Orte vor, in denen es kein nennenswertes Infektionsgeschehen gebe, teilt die Kreisverwaltung mit.

„Wir werden diese neue Möglichkeit genau prüfen und Anfang der Woche nach Rücksprache mit der Bezirksregierung und dem Landeszentrum für Gesundheit entscheiden, welche Orte im Kreisgebiet wir von den verschärften Vorschriften ausnehmen können. Die neue Regelung begrüße ich sehr – ich hätte sie mir schon viel früher gewünscht“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke mit Rückblick auf den Tönnies-Ausbruch im Juni, der nur einige Orte betraf und bekanntlich dennoch für den gesamten Kreis zum Lockdown geführt hatte. „Das ist eine gute Nachricht. Sobald es die Chance gibt, Ausnahmen festzulegen, werden wir sie nutzen“, so der Landrat.

Ab dem heutigen Montag gelten nun folgende Regeln im ganzen Kreisgebiet:

Erweiterungen der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes: Dies gilt auch draußen überall dort, wo Menschen dichter zusammenkommen, sowie in öffentlichen Gebäuden.

Begrenzung der Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen (Sport, Theater, Kino, usw.) auf 100 Personen.

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum (Straßen, Plätze, Grünanlagen, usw.) auf maximal fünf Personen aus verschiedenen Haushalten.

Einführung einer Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr für Gastronomiebetriebe sowie ab 23 Uhr ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol – auch in Geschäften und an anderen Verkaufsstellen.

Verbindliche Beschränkungen der Teilnehmerzahlen für Feiern auf zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum (zum Beispiel in Gaststätten). Zudem wird empfohlen, Treffen in privaten Räumen auf ein Minimum zu beschränken.

Darüber hinaus gibt es eine Sonderregelung für Ahlen, wo die Fallzahlen derzeit besonders hoch sind: Dort gilt eine verbindliche Obergrenze von zehn Personen aus nur zwei verschiedenen Haushalten für Treffen in privaten Räumen.

Im Kreisgebiet wurden indes am Samstag 23 und am Sonntag noch einmal 29 Neuinfektionen gemeldet. Auf der „Corona-Karte“ ist seit dem Wochenende auch Sendenhorst wieder hellrot eingefärbt. Es gibt zwei Neuinfektionen, damit acht aktive Fälle und – nur für die Vier-Türme-Stadt gerechnet – eine Sieben-Tage-Inzidenz von 60,8. In Drensteinfurt stellt sich die Lage etwas entspannter dar. Am Samstag gab es keine Neuinfektion, am Sonntag eine. Die Zahl der akut Erkrankten stagniert bei zehn (Inzidenz: 32,2). In Ahlen wurden am Samstag hingegen 13 Neuinfektionen gemeldet und am Sonntag noch einmal acht. Insgesamt sind in der Wersestadt derzeit 134 Personen als infiziert gemeldet. Und auch Beckum ist mit derzeit 32 aktiven Fällen in der Karte nun hellrot markiert.

 

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