Eindrucksvolles Bustraining für die Eingangsklassen der Gesamtschule
Respekt ist guter Fahrbegleiter

Warendorf -

An erster Stelle steht die Sicherheit: Walther Bunselmeyer bittet Schulkinder seit vielen Jahren ehrenamtlich zur „Busschule“.

Sonntag, 18.10.2020, 14:52 Uhr aktualisiert: 19.10.2020, 17:26 Uhr
An erster Stelle steht die Sicherheit: Walther Bunselmeyer bittet mit einem Bus der Firma Sieckendiek Schulkinder seit vielen Jahren ehrenamtlich zur „Busschule“. Auf dem Foto ist die Klasse 5.2 der Gesamtschule zu sehen.
An erster Stelle steht die Sicherheit: Walther Bunselmeyer bittet mit einem Bus der Firma Sieckendiek Schulkinder seit vielen Jahren ehrenamtlich zur „Busschule“. Auf dem Foto ist die Klasse 5.2 der Gesamtschule zu sehen.

Die Türen schließen sich mit einem Zischen, dann lenkt der Fahrer den Bus vorsichtig aus der Haltebucht an der Kapellenstraße zurück auf die Straße – um urplötzlich mit einem überraschten Ausruf auf die Bremse zu treten. Lautes Gejohle und Gekreische von hinten, die Kinder fallen lachend übereinander, einige schauen erschrocken.

„Das war nur ein Test“, beruhigt Walther Bunselmeyer seine jungen Fahrgäste. Mit dem inszenierten Bremsmanöver will der erfahrene Busfahrer der aufgeregten Schülergruppe zeigen, wie wichtig es ist, sich als Fahrgast im Bus richtig hinzusetzen und aufmerksam nach vorne zu schauen. Auch das Festhalten am Griff des Vordersitzes macht Sinn, denn in den meisten Linienbussen, die im Schulbusverkehr eingesetzt werden, gibt es keine Anschnallgurte – so auch nicht in dem Bus, den die Firma Sieckendiek für das Bustraining zur Verfügung stellte.

An diesem Tag kurz vor den Herbstferien lernen die Schülerinnen und Schüler der 5.2, eine von sechs Eingangsklassen der Gesamtschule am Standort Kapellenstraße, wie sie sich am und im Bus richtig und umsichtig verhalten. Vor Jahren rief der ehrenamtlich tätige Walther Bunselmeyer die „Busschule“ ins Leben, weil er und seine Kolleginnen und Kollegen immer wieder feststellen müssen, dass viele Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg, vor allem am Ende eines langen Schultages, alle Vorsicht über Bord werfen. Da gibt es Drängeleien, Geschubse und Streit um den vermeintlich besten Sitzplatz. In diesem Jahr kommt aufgrund von Corona nun auch noch die Maskenpflicht dazu, die immer wieder zu Diskussionen führt. „Dabei ist es doch ganz einfach – wer sich nicht an die Regeln hält, muss den Bus verlassen“, erklärt Bunselmeyer ruhig und erzählt den staunenden Kindern, dass er bei uneinsichtigen Mitfahrern nicht lange fackelt und die Polizei verständigt.

Damit es nicht so weit kommt, braucht es eigentlich nur zwei Grundsätze: Gegenseitigen Respekt und Verständnis für die besonderen Herausforderungen, die Busfahrer tagtäglich meistern müssen. Um diese zu verdeutlichen, lässt Bunselmeyer die Kinder Pylonen an der weißen Linie an der Haltestelle der Josef-Grundschule aufstellen. Obwohl der Bus im Zeitlupentempo um die enge Kurve biegt, reißt er dennoch fast alle Kegel um, so groß ist der Wendekreis des sperrigen Gefährts. Die Schülerinnen und Schüler lernen: Abstand halten, nicht drängeln, immer deutlich hinter den Markierungen warten, sonst kann der Busfahrer gar nicht erst an die Haltestelle heranfahren. Weitere Demonstrationen zum gefährlichen „toten Winkel“ und zu den Kräften, die eine plötzliche Vollbremsung auslösen kann, folgen. Am Ende haben die Kinder zwei eindrucksvolle, actionreiche Lehrstunden in Sachen Verkehrssicherheit erlebt, die sie ganz bestimmt nicht so schnell vergessen werden.

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