Wenzel Heitmann starb im Alter von 68 Jahren
Sein Lebenswerk bleibt

Warendorf -

Wenzel Heitmann, der Gründer der Ausstellung „1. Westfälische Deutzer Motorensammlung“ und ehemalige Besitzer des gleichnamigen Sägewerkes in Vohren, verstarb am 2. November im Alter von 68 Jahren.

Donnerstag, 05.11.2020, 20:30 Uhr
Freund, Sturkopf, Geschichtenerzähler, Spaßmacher, Brummbär:
Freund, Sturkopf, Geschichtenerzähler, Spaßmacher, Brummbär: Foto: Joachim Edler

Freund, Sturkopf, Geschichtenerzähler, Spaßmacher, Brummbär, harte Schale mit weichem Kern – Bezeichnungen für Wenzel Heitmann gibt es viele. Der Gründer der Ausstellung „1. Westfälische Deutzer Motorensammlung“ und ehemalige Besitzer des gleichnamigen Sägewerkes in Vohren verstarb am 2. November im Alter von 68 Jahren.

Das museale Kleinod, in dessen Mittelpunkt die „1. Westfälische Deutzer Motorensammlung“ steht, gilt als Geheimtipp für Freunde vor allem der motorisierten Landtechnik, aber auch für historisch interessierte Menschen, die sich für Gebrauchsgegenstände des Alltags aus früheren Zeiten begeistern. Regelmäßig öffnete Heitmann sein Museum für Motoren, Maschinen und Nutzfahrzeuge am ersten Samstag und ersten Sonntag eines jeden Monats, gewährte aber auch Termine nach Vereinbarung für Gruppen. Und immer hatte der Technik-Freund („Ich stehe auf Dickblech der Marke Deutz“) viel zu erzählen. Ja, er geriet regelrecht ins Schwärmen, wenn er wieder mal einen Scheunenfund, einen Deutz-Schlepper, erwerben und ausstellen konnte. Und einmal im Jahr, immer am 1. Mai, gab es einen „Tag der offenen Tür“, den Sammler aus dem In- und Ausland rot in ihrem Kalender angestrichen hatten. Und die nicht selten ihre Schlepper und Stationärmotoren, die älter als Baujahr 1956 sind, mitbrachten.

Als Wenzel Heitmann 2017 anfing, seinen Hof und das Sägewerk aufzuräumen, und sich per öffentlicher Versteigerung von ganz vielen Dingen trennte – auch mit Blick auf seinen Nachfolger – blieb das Museum unangetastet. „Da bleibt alles wie es ist“, betonte Heitmann seinerzeit im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn was er Anfang der 70er-Jahre gemeinsam mit seiner 2015 an Krebs verstorbenen Frau Annette aufgebaut hatte, ist ein Kleinod und zugleich sein Lebenswerk. Die Ausstellung zeigt neben Motoren, Traktoren und Dampfmaschinen auch die Original-Einrichtung eines Tante-Emma-Ladens.

„Zeitreisen können wir leider nicht. Aber gedanklich entführen wir Sie in längst vergangene Jahrzehnte und unternehmen mit Ihnen einen Ausflug zu alten und vergessenen Maschinen und Motoren“, heißt es auf der Homepage des Museums. Wer das Kleinod in Vohren 90 besucht, erhält auch einen Einblick in das Landleben vor über 50 Jahren und taucht ein in alte Kaufmannsläden und Geschäfte der Kindheit. Vergessene Scheunenfunde und seltene Einzelstücke.

Nach dem Motto „kleiner, aber feiner“ trennte sich Heitmann 2017 von Fahrzeugen und Teilen, die er über Jahrzehnte zusammengetragen hatte, weil er erkannt hatte, dass ihm einfach die Zeit fehlte, das alles aufzuarbeiten, was er sich da über die Jahre auf den Hof geholt hatte. Vieles kam unter den Hammer.

Mit anderen Teilen seiner Sammlung hatte er aber noch viel vor. Mindestens 60 Jahre aber sollte auf dem Buckel haben, was bei ihm ausgestellt wurde.

Keine Frage, Wenzel Heitmann war ein Vohrener Original. Am 1. Januar 2018 ging er in „Vollrente“. Das mehr als 100 Jahre alte Sägewerk mit Museum hatte er da schon an seinen Neffen Frank Heitmann übergeben.

Wenzel Heitmann wird am morgigen Samstag auf dem Warendorfer Friedhof beigesetzt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7664776?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker