Handarbeiten ist in Corona-Zeiten wieder angesagt
Stricken erfährt Renaissance

Warendorf -

Mit Rat und Tat steht Expertin Christa Offers regelmäßig den Teilnehmern der Strickkurse zur Seite. Offenbar hat die freie Zeit, die aufgrund der Corona-Regeln entstanden ist, dazu geführt, dass wieder mehr Leute das Stricken für sich entdeckt haben.

Mittwoch, 11.11.2020, 09:32 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 09:40 Uhr
In ihrem Geschäft „2links 2rechts“
In ihrem Geschäft „2links 2rechts“ Foto: Joke Brocker

Das Corona-Jahr sei schon ein besonderes Jahr, hat Christa Offers festgestellt. Wegen der Kontaktbeschränkungen hätten die Menschen plötzlich mehr Zeit und das Handarbeiten wiederentdeckt. „Vor allem das Stricken“, erzählt die Geschäftsfrau, die nach eigener Aussage eigentlich nie selbstständig sein wollte, bis sie vor 17 Jahren ihr Hobby zum Beruf machte und das Handarbeitsgeschäft „2links 2rechts“ am Wilhelmsplatz 8 eröffnete.

Es werde zwar auch gehäkelt, aber eine echte Renaissance erlebe das Stricken. Neben vielen Kundinnen, die nach langer Zeit wieder die Stricknadeln in die Hände genommen hätten, gebe es auch Frauen, die gerade erst den Reiz des Strickens entdeckt hätten und – abseits der Massenproduktion – etwas Individuelles schaffen wollten. Den besonderen Reiz der Nadelarbeit beschreibt eine Kundin, die in dem 45 Quadratmeter großen Fachgeschäft ein Garn sucht, mit dem sie Stulpen für die Enkel stricken möchte: „Man macht etwas Produktives und kann dabei entspannen.“

In dem kleinen Ladenlokal, vor dem die Kundinnen an einem ganz normalen Dienstagnachmittag geduldig Schlange stehen, beraten Christa Offers und eine Mitarbeiterin nicht nur bei der Auswahl der für die unterschiedlichen Werkstücke geeigneten Garne, sondern berechnen auf Wunsch den Materialverbrauch oder geben Hilfestellung bei Problemen mit individuellen Handarbeiten.

Während des Lockdowns im Frühjahr mussten die Kundinnen auf diesen Service mitnichten verzichten. Wer regelmäßig Wolle des Herstellers Lana grossa bei „2links 2rechts“ bezieht und in der Kundenkartei registriert ist, erfuhr auf postalischem Weg von Neuheiten , konnte die Ware telefonisch bestellen und schließlich im Geschäft abholen. Selbstverständlich schaute sich Christa Offers – mit dem gebotenen Abstand – auch in dieser Situation Jacken, Pullover, Mützen oder Socken an, bei denen es zu „Verstrickungen“ gekommen war und korrigierte, was sich korrigieren ließ.

Mit Rat und Tat steht die Expertin regelmäßig auch den Teilnehmern der Strickkurse zur Seite, die sie im Haus der Familie anbietet und die sich einer großen Nachfrage erfreuen. Wer von rechten und linken Maschen, Anschlägen und Maschenprobe noch nie etwas gehört hat, ist im Anfängerkursus an der richtigen Adresse. Am Ende des Kurses sollte jeder der zehn Teilnehmer einen Schal gestrickt haben. Einem Strick-Anfänger rate sie in jedem Fall, sich erst einmal an einem Schal zu versuchen und dazu ein mittelstarkes, vielleicht nicht so hochpreisiges Garn zu wählen. „Es geht dabei darum, Routine zu bekommen und gleichmäßig zu stricken“, erklärt Christa Offers.

Wer schon einmal bewiesen hat, dass er geradeaus stricken kann und den Unterschied zwischen linken und rechten Maschen kennt, ist ein Fall für den Fortgeschrittenen-Kursus, in dem man auch lernt, das Muster erklärende Strickschriften zu lesen. In so einem Kurs könne man durchaus einen Pullover stricken, der nach sechs Wochen, am Ende des Kurses, auch fertig sei, versichert die Fachfrau. Voraussetzung sei allerdings, „dass zuhause fleißig weitergestrickt wird.“

YouTube-Tutorials seien zwar gut gemacht, könnten einen Kursus, in dem im Bedarfsfall direkt korrigiert werden könne, aber kaum ersetzen, findet Christa Offers, die gegenwärtig wegen der Auflagen der Corona-Schutzverordnung im Haus der Familie keine Strickkurse anbieten kann.

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