Schöffengericht Warendorf
Freundin mit Messer bedroht und mit Gürtel verprügelt

Warendorf -

Der 24-jährige Warendorfer lockte seine 20-jährige Ex-Freundin unter einem Vorwand in seine Wohnung, sperrte ab und versteckte die Schlüssel. Anschließend forderte er sie auf, die von ihr erstatteten Anzeigen bei der Polizei zurückzunehmen. Als sie sich weigerte, schlug er ihr ins Gesicht und verprügelte er sie mit einem Gürtel.

Montag, 16.11.2020, 15:12 Uhr aktualisiert: 16.11.2020, 16:18 Uhr
Schöffengericht Warendorf: Freundin mit Messer bedroht und mit Gürtel verprügelt
(Symbolbild) Foto: colourbox.com

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, sowie der Ableistung von 200 Sozialstunden verurteilte das Schöffengericht Warendorf einen 24-Jährigen. „Sie sind jetzt in der Position, dass Sie gar nichts mehr tun dürfen“, machte die Vorsitzende Richterin dem Angeklagten mit Nachdruck den Ernst der Lage deutlich.

Besonders bei der Frage der Sozialprognose hat sich das Gericht schwergetan. In jedem Fall ist die Annahme eines Therapieangebots gegen die Aggressionen eine der Bewährungsauflagen. In ihren Plädoyers waren sich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und der Verteidiger des 24-Jährigen zuvor weitgehend einig – einzig die Frage nach einer möglichen Aussetzung der Strafe zur Bewährung wurde diskutiert.

Mit Küchenmesser bedroht

Doch der Reihe nach: Gleich zehn Straftaten wurden am Montagvormittag verhandelt, weshalb vor dem Beginn der Beweisaufnahme erst einmal eine gewisse Orientierungsphase, verbunden mit dem Abgleich von Aktenzeichen, von Nöten war.

Zunächst ging es um verbale Übergriffe gegen die Mutter der gemeinsamen Tochter. So habe der 24-Jährige diese Ende 2017 mehrfach bedroht und beleidigt. Er soll damit gedroht haben, ihrer Schwester „das Genick zu brechen“ und ihren Bruder „zu Brei zu schlagen“. Im Jugendamt, so eine weitere Drohung, werde er die Kindsmutter abstechen, so dass sie an ihrem eigenen Blut ersticke.

Der zweite Anklagepunkt drehte sich um eine vom Angeklagten beschädigte Eingangstür eines Mehrfamilienhauses im Januar 2017.

Im Januar 2018 bedrohte er seine langjährige Freundin und Mutter des gemeinsamen Kindes mit einem Küchenmesser. Anschließend verwendete er ein Nacktbild der 20-Jährigen als sein neues Whatsapp-Profilbild.

Vorwürfe unumwunden eingeräumt

Die schwerwiegendste Tat ereignete sich derweil am 7. Mai 2018. An diesem Tag lockte der Warendorfer sein Opfer nach einer zufälligen Begegnung unter einem Vorwand in seine Wohnung, sperrte ab und versteckte die Schlüssel. Anschließend forderte er sie auf, die von ihr erstatteten Anzeigen bei der Polizei zurückzunehmen. Als sie sich weigerte, schlug er ihr ins Gesicht und verprügelte er sie mit einem Gürtel.

Die Vorwürfe räumte der 24-jährige Warendorfer unumwunden ein, gab seine Aggressionsprobleme zu und begründete sein Handeln mit der Sehnsucht nach der mittlerweile dreijährigen Tochter. Schließlich habe ihm die Kindsmutter jeglichen Kontakt untersagt, was ihn sehr verletzt habe. Mittlerweile ginge es ihm jedoch einzig und allein ums Kind; mit der leiblichen Mutter, die heute in Freckenhorst wohnt, habe er abgeschlossen.

Für Verwunderung sorgte der Umstand, dass die Eltern bis vor wenigen Wochen – die Angaben der beiden Beteiligten variierten in diesem Punkt – eine insgesamt gut vierjährige Beziehung mit Unterbrechungen und „Höhen und Tiefen“ geführt hatten, wie die Vorsitzende Richterin zusammenfasste. Dies sei dem Druck des Angeklagten geschuldet, so die Kindsmutter.

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