SPD, Grüne, FWG, Die Linke und Die Partei fordern B 64n-Planungsstopp
„An Bedürfnissen der Menschen absolut vorbei“

Warendorf -

Die Planung der B 64n ist schon lange nicht mehr zeitgemäß und geht an den Bedürfnissen der Menschen für eine klimagerechte Mobilität absolut vorbei!“ In einem gemeinsamen Antrag sprechen sich SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FWG und Die Linke/Die Partei gegen die aktuelle Planung der B 64n aus

Freitag, 20.11.2020, 10:06 Uhr

In einem Antrag an den Rat sprechen sich SPD , Bündnis 90 /Die Grünen, FWG, Die Linke sowie Die Partei gegen die aktuelle Planung der B 64n aus. Sie fordern Bürgermeister Peter Horstmann auf, den dann gefassten Beschluss gegenüber anderen politischen Organen zu vertreten. In dem Antrag heißt es: „Die Planung der B 64n ist schon lange nicht mehr zeitgemäß und geht an den Bedürfnissen der Menschen für eine klimagerechte Mobilität absolut vorbei!“ Sie sei keine Umgehungsstraße im eigentlichen Sinne, sondern eine dreispurige Kraftfahrstraße im Ausbaustandard „2 plus 1“. Sie soll in allererster Linie der Verbindung der Oberzentren Münster und Bielefeld dienen, werde daher vorrangig für den überörtlichen Verkehr geplant und nicht zur Entlastung der an der Trasse liegenden Orte. Nach aktuell vorliegenden Prognosen des Bundesverkehrswegeplans würde für Warendorf der Bau der Straße zu einer Verdoppelung des Pkw- und Lkw-Aufkommens führen. Vergleiche man die Prognose mit den letzten offiziellen Verkehrszählungen 2015, würde der Autoverkehr sogar um das 2,5-Fache und der Lkw-Verkehr um das Vierfache steigen. Für die Anlieger entlang der Ortsdurchfahrt in Warendorf werde nur eine geringe Entlastung erreicht – dem stehe eine „großräumige Verlärmung“ der Landschaft und auf Stadtgebiet vor allem der südlichen Wohnviertel gegenüber. Es werde die Tatsache ignoriert, dass sich das Verkehrsaufkommen auf der jetzigen B 64 in den vergangenen Jahren deutlich verringert habe. Seit 2000 habe die Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt der B 64 um bis zu 10 Prozent (Pkw) und bis zu 25 Prozent bei Lkw abgenommen. Auch auf den Nebenstrecken sei der Verkehr rückläufig.

Laut Gutachter müssten für das Gesamtprojekt B 64n mehr als 500 Hektar Flächenverbrauch angesetzt werden, „ein immenser Verlust für unsere Region und eine Existenzbedrohung vieler bedeutender landwirtschaftlicher Betriebe. Unser Ziel muss eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik sein, die Alternativen im Öffentlichen Personennahverkehr stärkt, wie die Attraktivierung der parallel laufenden Bahnverbindung und ein Hinwirken auf qualitativ bessere Bus- und Radverbindungen im Kreis Warendorf.“  

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