Wohnsituation für Flüchtlinge
Verwaltung sucht neue Wege

Warendorf -

Die Stadt ist bemüht, die Wohnsituation in Warendorf für alleinstehende Flüchtlinge zu verbessern. Doch preisgünstige Single-Wohnungen oder Appartements für Menschen mit Migrationshintergrund zu finden ist schwer in Warendorf, wenn nicht sogar aussichtslos.

Freitag, 27.11.2020, 14:28 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 15:15 Uhr
Wohnsituation für Flüchtlinge: Verwaltung sucht neue Wege
Foto: dpa

Da leben Flüchtlinge in Massenunterkünften und Zelten – Pritsche an Pritsche mit Fremden, ohne Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeit. Und später bei der Zuweisung in die Unterkünfte der Städte leben sie wieder mit Fremden zusammen, Zimmer an Zimmer, teilen sich Küche und Bad.

410 Flüchtlinge leben zurzeit in der Stadt Warendorf. Untergebracht sind sie in über 43 Unterkünften in der Kernstadt und den Ortsteilen. Die Unterkünfte hat die Stadt katalogisiert in „Einfach“ (vorwiegend Gemeinschaftsunterkünfte/einfacher Standard), „Mittel“ (Wohnungen, überwiegend durch die Stadt angemietet) und „Gut“ (Wohnungen und Appartements, städtische Neubauten). Problematisch sei es, informierte Sozialamtsleiterin Iris Blume am Donnerstag im Sozialausschuss, entsprechenden Wohnraum für alleinstehende Flüchtlinge zu finden.

71 alleinstehende Personen (fast ausschließlich Männer) leben zurzeit in städtischen Asylunterkünften. Der Großteil dieses Personenkreises lebe in älteren Gemeinschaftsunterkünften mit einfachen Standards. „Dass bei dieser Wohnform, insbesondere, wenn es sich um eine längerfristige Lösung handelt, gerade wegen gemeinsamer Küchen- und Badnutzung, Probleme entstehen, liegt auf der Hand.“ Die Stadt ist bemüht, die Wohnsituation für diesen Personenkreis zu verbessern.

Doch preisgünstige Single-Wohnungen oder Appartements für Menschen mit Migrationshintergrund zu finden, sei schwer in Warendorf, wenn nicht sogar aussichtslos. Und so würden die Flüchtlinge, die einer geregelten Arbeit nachgingen, Bleiberecht in Deutschland hätten und sich längst eine eigene Wohnung leisten könnten, häufig über Jahre in den Flüchtlingsunterkünften festsitzen.

Laut Sozialbehörde bestehe bei vielen Vermietern kein Interesse an einer privaten Vermietung an Geflüchtete. Anders sei das, so Iris Blume, wenn die Stadt als Mieter auftrete. „Wir unterstützen jeden, der Wohnraum an Flüchtlinge vermieten möchte, durch Information und Aufklärung, damit das möglichst reibungslos funktioniert.“

Das Sozialamt will sich jetzt in anderen Kommunen informieren, ob es dort Ansätze gibt, die auf Warendorf übertragbar sind, um die Wohnsituation für die Flüchtlinge vor Ort zu verbessern. Iris Blume: „Wir haben schon über Mieten, Kaufen und Bauen nachgedacht. Und wir denken über Kooperationen mit freien Trägern nach.“ Der Vorteil, wenn die Flüchtlinge auf dem freien Wohnungsmarkt Fuß fassen könnten: Sie fallen aus dem städtischen Unterbringungsbestand.

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