Erste Sitzung des Sport-, Vereinswesen- und Ehrenamtsausschusses
Riesengroßes Fass aufgemacht

Warendorf -

Welche Vereine sollen durch den neuen Ausschuss eigentlich vertreten sein? Das muss die Kommunalpolitik erst einmal klären.

Mittwoch, 02.12.2020, 20:01 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 20:10 Uhr
Der neue Ausschuss für „Sport,
Der neue Ausschuss für „Sport, Foto: dpa

Vor der konstituierenden Sitzung des Rates verständigten sich die Fraktionen auf einen Neuzuschnitt des bisherigen Sportausschusses. Dieser heißt nun „Sport-, Vereinswesen- und Ehrenamtsausschuss“. Was eigentlich politischer Konsens war, sorgte in der ersten Sitzung dieses neuen Gremiums am Dienstag bei den Mandatsträgern für reichlich Gesprächsstoff und eine gewisse Ratlosigkeit. „Jetzt stellt sich die Frage: Wie füllen wir das Ganze mit Leben?“, benannte der Vorsitzende Dirk Schellhammer ( CDU ) das Grundproblem. „Das Ehrenamt ist ein großer Bereich.“ Und weiter: „Wir wollen alle mitnehmen.“

Part der Politik

Spontan fragte der Vorsitzende den Ersten Beigeordneten Dr. Martin Thormann , was er von diesem Ausschuss erwarte.

Thormann antwortete: Das sei nicht Part der Verwaltung, sondern der Politik. Er habe sich vorab selbst diese Frage gestellt und wisse bis heute nicht, was der Gegenstand des Ausschusses sei.

Ralf Spiekermann ( Bündnis 90 /Grüne) warf sogleich die Frage auf, was genau mit dem Begriff Vereinswesen gemeint sei. Er fragte in die Runde, ob auch Vereine, die nicht im Vereinsregister gelistet sind, berücksichtigt werden müssten.

Wir wollen alle mitnehmen.

Dirk Schellhammer

Bürgermeister Peter Horstmann stimmte ihm zu und nannte exemplarisch Doppelkopf- und Skatvereine, die – je nach Definition – Bestandteil der großen Bandbreite seien.

Dass diese Fragen nicht während der Sitzung final zu klären waren, war Konsens über die Parteigrenzen hinweg. „Wir müssen einen Arbeitskreis gründen, der sich damit auseinandersetzt“, befand Peter Steinkamp (CDU). „Das ist eine Mammutaufgabe“, pflichtete ihm Manfred Lensing-Holtkamp (Bündnis 90/Grüne) bei. „Es ist ein riesengroßes Fass, dass wir hier aufmachen.“

Franz-Ludwig Blömker (SPD) verwies auf das große, vielfältige ehrenamtliche Engagement der Bürger – etwa in Kunst und Kultur.

Telgte als Vorbild

Cornelia Lindstedt (Bündnis 90/Grüne) regte eine Klausurtagung an. Bevor man an die Öffentlichkeit gehe, müsse Klarheit herrschen. Jens Micke (Die Linke) brachte die Stadt Telgte als mögliches Vorbild ins Spiel. Hier setze man etwa auf den Stadtjugendring oder einen Stadtelternrat und schaffe damit übergeordnete Strukturen.

Thormann mahnte eine klare Zielsetzung und feste Strukturen an. Der Ball liege nun wieder bei den Fraktionen. Die Stadtverwaltung könne mit ihrer Expertise und ihren Kapazitäten helfen.

Schellhammer verwies auf Schnittmengen, die über den Ausschuss hinausgingen. Bedingt durch die Namensgebung habe sich ein sehr weites Spielfeld ergeben. Man wolle dem Ehrenamt ein Sprachrohr bieten, so der Ausschussvorsitzende weiter. Konkret stelle sich auch die Frage, ob die 2013 im Sozialausschuss beschlossene Ehrenamtskarte nun auch Thema dieses neuen Ausschusses werde.

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