Bodelschwinghschule sammelt Spenden
Zirkus Rondel in Existenznöten

Warendorf -

Die Corona-Pandemie macht auch dem Zirkus Rondel zu schaffen, der regelmäßig Zirkusprojekte in Schulen veranstaltet. Um die von Existenzsorgen gebeutelten 19 Artisten zu unterstützen, hat eine Elterninitiative in Bad Nauheim (Hessen) eine Spendenaktion ins Leben gerufen, an der sich auch die Bodelschwinghschule in Warendorf beteiligt hat.

Mittwoch, 16.12.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 17.12.2020, 14:00 Uhr
Dorothee C. Pinkhaus, Rektorin der Bodelschwingschule, und Konrektor Uwe Amsbeck übergaben dem weihnachtlich gewandeten René Ortmann vom Zirkus Rondel einen Scheck über 2250 Euro.
Dorothee C. Pinkhaus, Rektorin der Bodelschwingschule, und Konrektor Uwe Amsbeck übergaben dem weihnachtlich gewandeten René Ortmann vom Zirkus Rondel einen Scheck über 2250 Euro. Foto: Joke Brocker

Mit dem Zirkus Rondel, den seine Familie in siebter Generation betreibt, sorgen Betriebsleiter René Ortmann und 18 weitere Artisten seit mittlerweile 27 Jahren für beste Stimmung, wenn sie mit Schülern in Zirkusprojekten eine attraktive Show auf die Beine stellen. Doch das Lachen ist den stets strahlenden Artisten in diesem Jahr vergangen.

Coronabedingt habe es zwischen März und September lediglich ein Projekt gegeben, erzählte Ortmann am Mittwochmorgen in der Bodelschwinghschule, in der Rektorin Dorothee C. Pinkhaus und Konrektor Uwe Amsbeck, aber auch die Schüler das Zirkusprojekt vom Vorjahr in bester Erinnerung haben. Auch geplante Auftritte in der nächsten Woche in Telgte und Anfang kommenden Jahres in Ahlen und Beckum seien abgesagt.

Für den Zirkus Rondel heißt das: null Einnahmen bei laufenden Betriebskosten in Höhe von 30 000 Euro im Monat. Gerade erst hatte der Zirkus in neue Zelte investiert. „Wenn man das geahnt hätte, hätte man damit noch ein Jahr gewartet“, bemerkte Ortmann, der in den letzten Wochen und Monaten aus Sorge um die Existenz seines Unternehmens, das er im freien Fall sah, wenig geschlafen und viel geweint hat.

Vom Staat fühlt er sich, wie viele Berufskollegen, Puppenspieler und Schausteller, im Regen stehen gelassen: „Der Staat unterstützt uns nicht.“ Einer Spendenaktion, ins Leben gerufen von einer Eltern-Initiative aus Bad Nauheim, die ein Spendenkonto eingerichtet hat, ist es zu verdanken, dass der Artist seit einigen Tagen wieder besser schläft und auch ein wenig zuversichtlicher in die Zukunft blickt als noch vor vier Wochen. Unter dem Motto „Lieber kopfüber am Trapez, als den Kopf in den Sand“ wollen die Eltern dem Zirkus unter die Arme greifen, um ihren Kindern auch in Zukunft unvergessliche Zirkusprojekte zu bescheren, die Sprache, Bewegung, aber auch die Gesamtpersönlichkeit eines Kindes fördern.

Wie viele andere der 138 Schulen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen, die der Zirkus Rondel zum Teil seit Jahren besucht, hat sich auch die Bodelschwinghschule diesem Spendenaufruf angeschlossen und binnen weniger Tage 2250 Euro gesammelt. Einen Scheck übergaben Dorothee C. Pinkhaus und Uwe Amsbeck am Mittwoch dem weihnachtlich gewandeten René Ortmann. Den Tränen nahe – diesmal vor Rührung – versicherte dieser: „Wir wollen kämpfen und am Leben bleiben mit unserem Zirkus.“

Bei den Kindern revanchierte er sich mit Jongliertellern und frischem Popcorn für die große Spendenbereitschaft.

 

 

Wer dem Zirkus mit Spenden helfen möchte, überweist das Geld auf das Spendenkonto des Vereins der Freunde der Stadtschule an der Wilhelmskirche; IBAN DE69 5185 0079 1246 0519 05 Verwendungszweck: einplatzamtrapez

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7726668?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker