ADFC lädt zur Teilnahme an bundesweitem Projekt ein
Ein Wunsch-Radwegenetz

Warendorf -

Auf das Klimapaket der Bundesregierung baut der ADFC ein bundesweites Projekte auf: Kommunen sollen ihr Wunsch-Radwegenetz entwickeln. Der ADFC will dieses in mindestens 1000 Städten und Kommunen schaffen – auch in Warendorf.

Mittwoch, 13.01.2021, 10:19 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 16:58 Uhr
Ein Hinweisschild, das an vielen Stellen in der Region zu finden ist, aber bestimmt nicht in ein Konzept für das Wunsch-Radwegenetz einer Kommune gehört.  Foto: di
Ein Hinweisschild, das an vielen Stellen in der Region zu finden ist, aber bestimmt nicht in ein Konzept für das Wunsch-Radwegenetz einer Kommune gehört.  Foto: di

„Warendorf plant sein Wunsch-Radwegenetz“ – eine Aktion, zu der der Allgemeine Deutsche Fahrradclub ( ADFC ) aufruft. Im Klimapaket der Bundesregierung heißt es, Deutschland solle gute, geschlossene Radverkehrsnetze bekommen – und damit deutlich mehr Menschen als bisher auf das Fahrrad locken. Doch im ganzen Land fehlen dafür Netzpläne und auch Planerinnen und Planer, um solche Netze zu konzipieren. Der ADFC hat deshalb ein bundesweites Projekt – den ADFC-Mapathon – aufgesetzt, mit dem engagierte Bürger in ihrer Kommune solche Radwegenetze skizzieren können. Gerd Nergert will Menschen in Warendorf animieren, ein solches Wunsch-Radwegenetz zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung.

ADFC-Mitglied Martin Schöneich sagt: „In Warendorf fehlen mehr gute Radwege – und alte müssten verbessert werden, da ist noch viel Luft nach oben.“ Damit die neuen Bundesmittel für den Bau von Qualitätsradwegen nicht versanden, seien Netzpläne dringend nötig. Dort will der ADFC Starthilfe leisten.

Mit dem ADFC-Mapathon sollen engagierte Menschen in den Kommunen zusammengebracht werden, die aus eigener Anschauung wissen, wo dringend Radwege gebraucht werden. Um mitzumachen reiche es, die Stadt aus der Fahrrad-Perspektive gut zu kennen. In den Mapathon-Gruppen sollen dann die Haupt- und Nebenrouten für ein zeitgemäßes Radwegenetz auf Papier und einer digitalen Karte entworfen werden. Das Ergebnis, eine Karte mit einem durchgängigen Wunsch-Radwegenetz, soll dann die Grundlage für einen konstruktiven Dialog mit dem Rat der Stadt bilden.

Der Fahrradclub lädt beim ADFC-Mapathon ausdrücklich auch alle Frauen ein, an den Wunsch-Radwegenetzen mitzuarbeiten. Ludger Koopmann, im ADFC-Bundesvorstand für Verkehr zuständig, sagt: „Verkehr und Planung sind bisher von Männern dominiert, diese Schlagseite gehört überwunden. Gute Radwege müssen für alle funktionieren – und dabei müssen auch die vielfältigen Ansprüche unterschiedlicher Nutzungsgruppen berücksichtigt werden.“

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist nach eigenen Angaben mit über 200 000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der Club berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Zudem engagiert sich der ADFC politisch auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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Der ADFC habe für das Projekt einen kostenlosen Leitfaden entwickelt, mit dem eine Gruppe interessierter Menschen schnell anfangen kann zu arbeiten, heißt es in der Pressemitteilung. In Warendorf freue sich der „Runde Tisch Radverkehr“ auf Menschen, die mitarbeiten wollen. Zu erreichen ist der „Runde Tisch“ per Mail an www.radfahreninwarendorf@web.de oder über Gerd Nergert.

Auf der Basis dieses Wissens der Aktiven, aber auch von vorhandenen Karten und des aktuellen Netzes soll ein sinnvolles und sicheres Radwegenetz entwickelt werden. Bundesweites Ziel des ADFC-Projektes sei es, in den nächsten Monaten Wunsch-Radwegenetze für bis zu 1000 Städte und Gemeinden in Deutschland zu entwickeln.

Vorstandsmitglied Ludger Koopmann: „Die Zahl klingt gigantisch – aber welche der 11 000 Städte und Gemeinden in Deutschland kann von sich sagen, den perfekten Radnetzplan schon zu haben? Wenn Kommunen sich auf den Dialog mit engagierten Mapathon-Gruppen einlassen, fördern sie den Zusammenhalt und das zivilgesellschaftliche Engagement und schaffen gleichzeitig eine gute Grundlage dafür, Geld beim Bund für neue Radwege zu beantragen. Wenn das keine Win-Win-Situation ist!“

 

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