Homeoffice in Warendorfer Unternehmen
Bürojobs auch zu Hause möglich

Warendorf -

Von A wie Abstand und Z wie Zoo-Konferenz: Das raten Profis Beschäftigten, die ihr Büro im eigenen Haus einrichten dürfen oder müssen.

Montag, 01.02.2021, 15:55 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 17:27 Uhr
Überall dort, wo es möglich ist, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice anbieten. Das wird von vielen Arbeitnehmern genutzt.
Überall dort, wo es möglich ist, müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice anbieten. Das wird von vielen Arbeitnehmern genutzt. Foto: dpa

Die Unternehmen in Warendorf, deren Mitarbeiter ihre Aufgaben auch zu Hause erledigen können, müssen jetzt Homeoffice-Lösungen anbieten. Der Verwaltungsbetrieb im Rathaus will mit gutem Beispiel vorangehen.

André Auer , Sprecher der Stadt Warendorf, berichtet auf WN-Anfrage von den Anstrengungen der Stadtverwaltung. Sie lege großen Wert darauf, durch organisatorische Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beizutragen und die Beschäftigten so gut es geht zu schützen. „Neben Verhaltensmaßnahmen und innerbetrieblichen Kontaktbeschränkungen (auch in Pausen), wird überwiegend in Einzelbüros gearbeitet und es werden bereits seit längerem Mund-Nase-Bedeckungen und auch FFP2-Masken zur Verfügung gestellt.“

Wo möglich, werde auf persönliche Kontakte verzichtet. „Alle innerbetrieblichen Besprechungen finden derzeit in der Regel über Video- und Telefonkonferenzen statt. Die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für mobiles Arbeiten werden laufend erweitert“, betont Auer die Bemühungen der Verwaltung. „Insgesamt kommen wir zurzeit auf eine Anzahl von rund 80 Beschäftigten im Homeoffice, was einer Quote von circa 30 Prozent der Büroarbeitsplätze entspricht.“

Die Stadtverwaltung Warendorf und der Abwasserbetrieb beschäftigen derzeit rund 420 Mitarbeiter in unterschiedlichen Berufen. Viele davon sind in Arbeitsbereichen tätig, die sich auch zukünftig nicht für Homeoffice eignen. „Dies gilt insbesondere für Erzieher, Sozialarbeiter, handwerklich Beschäftigte am Bauhof und an der Kläranlage, Hausmeister und Beschäftigte im direkten Bürgerkontakt oder im Außendienst.“ Und wie groß ist diese Personengruppe? „Allein der Bereich der handwerklich Beschäftigten und Erzieherinnen macht dabei einen Anteil von etwa 40 Prozent der Gesamtbeschäftigten aus. In den ‘klassischen‘ Bürobereichen bietet die Stadt Warendorf schon seit längerem Homeoffice in Form von Telearbeit an, was derzeit von 25 Beschäftigten wahrgenommen wird. Durch die Corona-Pandemie wurde diese generelle Regelung erheblich erweitert.“

Die Vorgesetzten, so Auer, hätten bereits seit dem Frühjahr die Möglichkeit mit den Beschäftigten darüber hinausgehende Vereinbarungen für das Arbeiten von zu Hause zu treffen. Die Vereinbarungen werden individuell an die Arbeitssituation und die persönliche Situation der Beschäftigten angepasst und gelten je nach Vereinbarung tage- und wochenweise oder vollständig. „Die Regelung wurde bereits im Dezember weiter konkretisiert.“

Neben den „handwerklichen Diensten“, die einen Homeoffice-Einsatz unmöglich machen, verweist Auer auf weitere einschränkende Aspekte. „Praktische Grenzen für Telearbeit ergeben sich zurzeit noch aus technischen Gründen: etwa, wenn Bauakten noch nicht digital verarbeitet wurden.“ Zudem müsse die Sicherheit sensibler Daten gewährleistet sein. Nicht jede Fachanwendung auf Behördencomputern könne einfach von Zuhause aus ausgeführt werden.

Auch die heimischen Unternehmen suchen in ihren Büros nach flexiblen Lösungen. Bei der Warendorf Küchenfabrik GmbH (insgesamt 85 Mitarbeiter) wird – soweit möglich – auf Homeoffice gesetzt. Aktuell befinden sich etwa 25 der 45 Mitarbeiter der Verwaltung im Homeoffice, wie Olivia Knorr, Assistentin der Geschäftsleitung, auf WN-Anfrage erläutert. Ähnlich wie im Fall der Stadtverwaltung ist jedes Büro nur noch mit einem Angestellten besetzt.

Bei der Sanitop-Wingenroth GmbH steht ebenfalls die Gesundheit der Mitarbeiter im Mittelpunkt, wie Axel Hehmann, Leiter Personal- und Logistikmanagement betont. „Wir machen Homeoffice, na klar. Wir wollen das Unternehmen und unsere Mitarbeiter schützen. Aktuell befinden sich 80 Mitarbeiter im Homeoffice. Das ist ein sehr gutes Signal. Denn dadurch können alle Kollegen ein Einzelbüro nutzen.“

Auch bei der Teutemacher Glas GmbH mit ihren insgesamt 90 Mitarbeitern mussten die Verantwortlichen auf die Pandemie reagieren. „Wir sprechen eher von mobilem Arbeiten“, erläutert Geschäftsführer Carl Pinnekamp. So wurden die Mitarbeiter einer Abteilung auf verschiedene Gebäude verteilt. Im Fall einer Ansteckung könne man handlungsfähig bleiben, so die Hoffnung hinter diesem gewählten Ansatz. Von den gut 20 Mitarbeitern der Verwaltung – darunter einige Teilzeitkräfte – sind drei teilweise mobil. Wo möglich, wird auch bei Teutemacher von zuhause aus gearbeitet. Grundsätzlich führe an der Präsenz vor Ort jedoch kein Weg vorbei. „Es ist vieles direkt mit der Produktion abzustimmen, Homeoffice ist da sehr schwierig.“ Im ersten Lockdown habe man Scheiben zwischen dicht gegenüber stehenden Schreibtischen aufgestellt und regelmäßig gelüftet; beim Verlassen des jeweiligen Arbeitsplatzes trügen die Mitarbeiter selbstverständlich Masken. „Die Maske liegt immer auf dem Schreibtisch. Manche denken gar nicht mehr daran und lassen die Masken, nachdem sie zurück am Arbeitsplatz sind, auf.“

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