62-jähriger Warendorfer verurteilt
Gefährliche Körperverletzung

Warendorf -

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilte das Schöffengericht nun einen 62-jährigen Warendorfer. Angeklagt war der Mann unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Bedrohung und eines gefährliches Eingriffs in den Straßenverkehr.

Mittwoch, 03.02.2021, 07:27 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 07:30 Uhr

Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilte das Schöffengericht nun einen 62-jährigen Warendorfer. Angeklagt war der Mann unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Bedrohung und eines gefährliches Eingriffs in den Straßenverkehr. Es waren teils verworrene Gedankengänge und mitunter tragische Personenkonstellationen, die sich nach und nach zu einem großen Gesamtbild fügten. Eine günstige Sozialprognose – und damit die Aussetzung der Strafe auf Bewährung – sah die Vorsitzende Richterin nicht.

Doch der Reihe nach: Laut Anklage zerstach der 62-Jährige im Dezember 2019 zwei Reifen eines Pkw und verursachte auf einer Fahrzeugseite große Lackschäden. Am 4. Januar 2020 soll er an der anderen Fahrzeugseite des Audi ähnliche Schäden angerichtet haben. Zumindest die erste Sachbeschädigung räumte der nun Verurteilte ein.

Das Motiv für den Vandalismus: Der Angeklagte war der festen Überzeugung, der Halter des Pkw habe etwas mit „seinem Mädchen“ angefangen und diesem Drogen gegeben. Besagtes „Mädchen“ war in der Vergangenheit vom Angeklagten, einem Kampfsport- und Fitnesstrainer, trainiert worden. Kurioserweise kannte der 22-jährige Pkw-Halter weder das „Mädchen“, noch den Angeklagten. Umso mehr habe ihn zunächst verwundert, vom 62-Jährigen regelrecht beschattet zu werden. Für ihn endete das bittere Missverständnis teuer. So blieb er auf Kosten von rund 5000 Euro sitzen; seine Kfz-Versicherung stufte ihn nach den Vandalismusvorfällen hoch.

Gravierendere Folgen hatte das Geschehen derweil für einen 51-jährigen Warendorfer. Dieser war vor einigen Jahren Opfer einer schweren Straftat geworden und trug bleibende körperliche Beeinträchtigungen davon. Unter anderem musste seine Blase entfernt werden. Entsprechend emotional schilderte er vor Gericht die Ereignisse aus seiner Perspektive. Er hatte sich an den angeklagten Kampfsportmeister gewandt, um physisch und psychisch stabiler zu werden. Im Laufe des gemeinsamen Trainings habe sich ein gutes Verhältnis entwickelt, sodass der nun Angeklagte seinem Gegenüber vom Vandalismus und „dem Mädchen“ berichtete. Der 51-Jährige verurteilte die kriminellen Taten und warnte diesen vor den Konsequenzen. Diese Mahnung empörte den 62-Jährigen derart, dass er sein Gegenüber massiv bedrohte und verlangte, zu schweigen. Im März erstattete der 51-Jährige allerdings Anzeige - und setzte den geschädigten 22-jährigen Pkw-Fahrer über die Tathintergründe und besonderen personellen Konstellationen in Kenntnis.

Am 21. Juli 2020 kam es zum folgenschweren Wiedersehen der einstigen Freunde. Bereits im Vorfeld sei er vom Angeklagten regelrecht verfolgt worden, berichtete der 51-jährige Nebenkläger. Nach einem Zwischenfall vor dem Haus der Familie – der Ältere soll den Jüngeren beinahe mit dem Pkw angefahren und in der Folge beleidigt haben - hatte der Jüngere Platz in einem Café an der Krückemühle genommen. Hier suchte ihn der Angeklagte wenig später auf, es kam zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung. Der Angeklagte hatte seinerseits noch beteuert, sich aufgrund einer relativ frischen Operation sehr passiv verhalten zu haben.

Nach den Aussagen mehrerer Zeugen stand für das Schöffengericht fest, dass der Angeklagte sein Opfer mehrfach geschlagen hatte. Einen Tritt mit dem Knie in die Bauchregion seines Gegenübers wertete das Gericht als vorsätzliche Körperverletzung, da der Angeklagte von den gesundheitlichen Einschränkungen gewusst habe.

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