Großangelegte Umbauten an Landvolkshochschule
Ohne Lockdown undenkbar

Freckenhorst -

Im Alltagsbetrieb einer Bildungseinrichtung kann man schlecht die sanitären Anlagen verlegen. Das Bistum als LVHS-Trägerin nutzte jetzt den coronabedingen Stillstand. Zur Komplettsanierung.

Dienstag, 02.02.2021, 22:15 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 22:20 Uhr
Komplettsanierung: Es stehen nur noch Dachstuhl und Außenwände der Gartenhalle.
Komplettsanierung: Es stehen nur noch Dachstuhl und Außenwände der Gartenhalle. Foto: Marion Bulla

Birgit Mehling strahlt. Ihre Wirkungsstätte ist die Anmeldung der Landesvolkshochschule Schorlemer Alst (LVHS), die jetzt neu gestaltet ist. Der Eingang punktet mit ausgeklügelter Funktionalität. Wo es vorher eher zugig und beengt war, wird der Besucher mit hellem, modernem Design und viel Glas in freundlicherem Ambiente empfangen. Das Rezeptionsteam verfügt über einem vergrößerten Bereich mit drei Arbeitsplätzen statt einem.

Die Gartenhalle bietet nach dem Umbau deutlich mehr Flexibilität.

Michael Gennert

Die LVHS wurde letztes Jahr in großem Umfang modernisiert und auf den neusten Stand gebracht. „Da gibt es viele Dinge, die die Gäste nicht sehen, wie etwa die neue Brandschutzanlage“, sagt Leiter Michael Gennert und zeigt auf einen kleinen Raum, hinter dem die Brandmeldezentrale verborgen ist. Auch ein neues Blockheizkraftwerk und ein Glasfaserzugang zählen zu den Neuerungen. Zudem sind die Türen auf Brandschutz umgerüstet. Das stellte sich als besonders schwierig dar, denn fast jede Tür im Haus ist in Rundbögen eingefasst. Doch die automatischen Türen sind nicht in rund zu bekommen und so wurden sie vor den runden Bogen gesetzt. Die Tür am Eingang der Papst-Johannes-Kapelle wurde ebenso erneuert. Weil sie sich jetzt automatisch nach innen öffnet, musste die Treppe ebenfalls geändert werden.

In der Rezeption ist viel mehr Platz

Die eine Baumaßnahme ist beendet, und schon gibt es eine weitere Baustelle in der Bildungseinrichtung. Die Gartenhalle entsprach nicht mehr den Standards und Bedarfen, sodass das Bistum als Träger nun sowohl in die energetische Sanierung als auch in zwei flexibel zu nutzende Räume weiter investiert. Mit 150 Plätzen bietet die Gartenhalle, die Anfang der 1960er-Jahre erbaut wurde, den größten Seminarraum der LVHS. Der Umbau ist seit Anfang November in vollem Gange. Es wird komplett kernsaniert. Derzeit stehen lediglich die Außenwände und der Dachstuhl. „Die Gartenhalle bietet nach dem Umbau deutlich mehr Flexibilität, weil wir sie in zwei Räume unterteilen können“, erklärt Gennert. Die Sakristei ist inzwischen in die Kapelle gezogen, so dass nun die Tische und Stühle dort, anstatt in der weit entfernten Kapelle untergebracht sind. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass das Bistum Münster in die Zukunft unseres Hauses investiert. Das ist ein klares Bekenntnis in die Bildung“, zeigt Gennert sich froh. Der Lockdown hatte da doch etwas Gutes. „Wir haben zum Beispiel die sanitären Anlagen verlegt. Das kann man im normalen Betrieb gar nicht machen.“

Auch wenn derzeit keinerlei Kurse und Angebote durchgeführt werden können, gibt es eine Alternative zur Gartenhalle: einen Container mit professionell ausgestatteter Technik.

Wir haben zum Beispiel die sanitären Anlagen verlegt.

Leiter Michael Gennert

Unklar ist noch, welche Kurse stattfinden können. Der Hauptkurs der Jungbauern war auf Februar verschoben worden und wurde schließlich in verkürzter Form in den Sommer verlegt.

Die Familienangebote liegen Gennert besonders am Herzen. „Wir sind hochkreativ, um unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden.“ Vieles soll online laufen. Das technische Equipment dafür wird nachgerüstet. „Aber wir sehnen uns nach Nähe und nach dem Miteinander“, ist Gennert überzeugt und fügt an, Bildung lebe von der Präsenz und der Begegnung.

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