Einsturzgefahr im Landgestüt
THW: Einsätze auf den Dächern

Warendorf/Telgte/Ostbevern -

Die Einsätze nach den starken Schneefällen in der vergangenen Woche waren für das Technische Hilfswerk, Ortsverband Warendorf, eine echte Herausforderung. Zahlreiche Teams aus der Region wurde zur Unterstützung hinzugezogen. Auch das Warendorfer Landgestüt war einer der Einsatzorte.

Mittwoch, 17.02.2021, 18:30 Uhr
Auch im Warendorfer Landgestüt drohte die Gefahr eines Dacheinsturzes durch die Schneelast; das THW-Team rückte aus.
Auch im Warendorfer Landgestüt drohte die Gefahr eines Dacheinsturzes durch die Schneelast; das THW-Team rückte aus. Foto: THW

Das waren auch für das Technische Hilfswerk ( THW Ortsverband Warendorf) keine Routine-Einsätze. Nach den starken Schneefällen und Schneeverwehungen kam es auch für den Ortsverband Warendorf der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in der letzten Woche zu witterungsbedingten Einsätzen. Können Gebäudeeigentümer ihrer Aufgabe, die eigenen Dächer von Schneelasten zu befreien, nicht mehr nachkommen, schreiten bei Gefahr im Verzug die zuständigen Behörden ein, so die Situationsbeschreibung in der THW-Pressenotiz. Dann besteht wiederum die Möglichkeit im Rahmen der Amtshilfe auf das Knowhow und die technischen Möglichkeiten des THW zurückzugreifen. Der Fachberater des Ortsverbandes Warendorf, Guido Gawellek, war in der vergangenen Woche gefragt. Der Ortsverband Warendorf war an beiden Einsatzstellen mit insgesamt 14 Einsatzkräften vor Ort. Neben zwei Einsatzstellen in Telgte, in denen es um einsturzgefährdete Dächer ging, rückte das THW-Team auch zum Warendorfer Landgestüt aus. Hier war unter anderem eine Reithalle durch die Bau- und Liegenschaftsbetriebe NRW gesperrt worden.

Gefahr eines Dacheinsturzes

Auch hier drohte augenscheinlich eine Gefahr des Dacheinsturzes durch die Schneelast, weshalb auch hier der Schneelastmesstrupp aus Lengerich zum Einsatz kam.

Glücklicherweise konnte der Baufachberater des Trupps für die Reithalle Entwarnung geben. Allerdings wurden bei der Inaugenscheinnahme starke Schneeverwehungen vom Dach der Reithalle auf das Flachdach der direkt angrenzenden Reitschule entdeckt, welche zwingend zeitnah zu räumen waren. Daher wurden Einsatzkräfte der Bergungsgruppe sowie der Fachgruppe N mit ihrem Notstromaggregat alarmiert und zum Landgestüt entsandt. Ebenfalls alarmiert wurde die Fachgruppe Wassergefahren aus dem Ortsverband Lüdinghausen, da diese über einen Lkw mit Ladekran verfügt. An diesem wurden die auf dem Dach der Deutschen Reitschule mit der Beräumung des Daches tätigen Einsatzkräfte mit ihrer Absturzsicherung eingehangen und so gegen einen Absturz gesichert. Der Einsatz dauerte bis in die späten Abendstunden an, sodass auch hier eine Ausleuchtung der Einsatzstelle erforderlich war. Dieses erfolgte unter anderem über den am Notstromaggregat verbauten Lichtmasten. Insgesamt waren hier 17 Einsatzkräfte des THW Ortsverbandes Warendorf eingesetzt.

Einsatz bei der Firma Westaria in Ostbevern

Ein weiterer Einsatz war am Wochenende in Ostbevern bei der Firma Westeria zu leisten, letztlich waren die Dächer der Hallen zu räumen. Hierzu wurden alle Einheiten des Ortsverbandes eingesetzt. Weiterhin wurde zur Unterstützung der Einsatzkräfte vor Ort in der Unterkunft des Ortsverbandes ein Stab gebildet.

Die Bergungsgruppe des THW Ortsverbandes Lengerich unterstützte außerdem die bereits eingesetzten Kräfte. Zur Bewältigung der Lage waren am Samstag insgesamt 33 Einsatzkräfte eingesetzt, davon 21 aus dem THW Ortsverband Warendorf. Am Sonntag waren es 30 Einsatzkräfte, welche den Einsatz erfolgreich zum Abschluss brachten, nachdem durch den Schneelastmesstrupp des Ortsverbandes Lengerich eine erneute Messung durchgeführt wurde. Unterstützt wurden die Warendorfer Einsatzkräfte am Sonntag durch die Bergungsgruppen der THW Ortsverbände Lengerich und Oelde.

An einer ehrenamtlichen Tätigkeit im THW Interessierte können sich jederzeit gerne melden, so heißt es in einer Pressenotiz des THW.

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80 000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

Weitere Informationen:

 

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