Verkehrsgutachten zu B 64n veröffentlicht
Im Süden mehr Verkehr

Warendorf -

Entspannung in den Verkehrsflüssen im Osten und Westen, Zunahme im Süden - die Aussagen des Verkehrsgutachtens zur B 64n sind im Internet zugänglich.

Donnerstag, 18.02.2021, 18:33 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 18:40 Uhr
Die abschnittsweise prognostizierten Fahrzeugbewegungen nach der Zählung von 2018 – noch ohne Bau von Stadtstraße Nord und Ortsumgehung Freckenhorst.
Die abschnittsweise prognostizierten Fahrzeugbewegungen nach der Zählung von 2018 – noch ohne Bau von Stadtstraße Nord und Ortsumgehung Freckenhorst. Foto: Grafik: DTV-Verkehrsconsult

Diese 43 Seiten dürften der Diskussion über Sinn und Unsinn des B 64n-Baus neuen Schub geben: Straßen NRW hat den Ergebnisbericht des Verkehrsgutachtens zur umstrittenen Umgehungsstraße online veröffentlicht. Kernaussage wie mehrfach berichtet: Aufgrund leichter Abnahme des Verkehrs soll der Ausbau westlich und östlich Warendorfs vor allem zwei- und nicht dreistreifig werden.

Gutachten 43 Seiten stark

Drei Wochen nach dieser Bekanntmachung kam jetzt die Auswertung der Verkehrsuntersuchung, die das Aachener Büro „DTV-Verkehrsconsult“ im Auftrag von Straße NRW 2018 angestellt hatte. Zu finden ist das Gutachten auf der Internetseite von Straßen NRW unter den Reitern bzw. Rubriken „Wir bauen für Sie“/Die Abschnitte/Die neue Ortsumgehung Warendorf/Zum Download/Aktuelles Verkehrsgutachten.

Eingeflossen sind laut Bericht je zwei Zählungen am Vormittag (6 bis 10 Uhr) und Nachmittag (15 bis 19 Uhr) an insgesamt 47 Knotenpunkten von der B 64 / K 3 über Stadtstraße Nord / Dr.-Rau-Allee bis Splieterstraße / Reichenbacher Straße. Dazu kamen sogenannte „Kordonerhebungen“ für die Bereiche Warendorf und Freckenhorst. Die Gutachter haben Fahrzeugarten unterschieden und deren Kennzeichen ermittelt. Auch die damalige Sperrung der Milter Straße sei berücksichtigt.

Zählungen an 47 verschiedenen Knotenpunkten

Das Ergebnis kennen Vielfahrer: „Die größten Überlastungen bzw. größten Abbiegezeiten in den Spitzenstunden treten einerseits im Bereich der B 475 am Knotenpunkt Sassenberger Straße / Stadtstraße Nord / Sassenberger Straße / B 475 und andererseits am Knotenpunkt Beckumer Straße / B 475 auf“, heißt es in der Auswertung von DTV. „Zudem ist die B 64 im Bereich des Knotenpunkts August-Wessing-Damm / Andreasstraße / Blumenstraße in den Spitzenstunden überlastet.“ Auch am Knotenpunkt August-Wessing-Damm / Hellegraben / Katzheide sei es im Analysefall zu Überschreitungen der üblichen Wartezeitgrenzen für die Abbiegevorgänge gekommen.

Stark ausgelastet seien zudem die Strecken B 64 zwischen den Knotenpunkten August-Wessing-Damm / Katzheide / Hellegraben und August-Wessing-Damm / Andreasstraße / Blumenstraße, B 475 im Bereich Stadtstraße Nord bis in den Südosten von Warendorf sowie die Kreisstraße 3 im Südwesten. Dort liegen die Auslastungsgrade teils deutlich über 70 Prozent. Daraus folgten „deutliche Defizite und daraus folgende Behinderungen des Verkehrsflusses“.

Überlastungen an Kreuzungen mit B 64

Im Gegensatz zu den Nachbarstädten Telgte und Herzebrock-Clarholz wird bis 2030 in Warendorf mit sinkender Bevölkerungszahl gerechnet. Telgte legt von 2018 an um 6,5 Prozent auf 21 000 Einwohner zu, Herzebrock-Clarholz um 1,4 auf dann 16 139 Einwohner. Dem gegenüber sollen nur noch 18 101 Warendorfer hier leben – minus 0,4 Prozent. Auch das wirke sich aus: 5,9 Prozent mehr Fahrleistung 2030 in Telgte, 0,8 Prozent plus in Herzebrock. Warendorf geht um 0,9 Prozent zurück.

Anders beim Durchgangsverkehr: Bei den Kfz ergeben sich laut Gutachten auf der B 64 Steigerungen auf der Ost-West-Verbindung im Osten um ca. 1000 Fahrzeugen täglich, innerorts Zunahmen von 2000 bis 2500 in 24 Stunden. Im Westen sagt DTV eine Steigerung um bis zu 3000 Fahrzeugen voraus.

Verkehrszunahme im Süden prognostiziert

„Aus nördlicher Richtung ist auf allen dargestellten Verbindung eine Zunahme von ca. 500 Kfz zu verzeichnen.“ Im Süden zeige sich deutlich die Verlagerung der Verkehre auf die neue Ortsumgehung Freckenhorst. Hier sinke die Belastung auf der L 547 von 13 000 auf 7500 Bewegungen ab. Mit deutlicher Verkehrszunahme infolge OU Freckenhorst im Süden wachse auch die Verkehrsbelastung innerorts auf der L  547 – mit bis zu 2000 Kfz am Tag auf Reichenbacher, Freckenhorster und Blumenstraße. Die Belastung auf der Andreasstraße nehme im Gegenzug um ca. 2000 Fahrzeuge ab (Bericht folgt).

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