Jeder Deutsche verbraucht 120 Liter am Tag – in Wahrheit aber deutlich mehr
Ein gigantischer Wasserfußabdruck

Warendorf -

Die Corona-Krise birgt Chancen zum zum Perspektivwechsel und zur Umkehr. Findet zumindest die Fairtrade-Steuerungsgruppe Warendorf. Die Fastenzeit nimmt sie zum Anlass, kritisch zu hinterfragen, ob wir alle so weitermachen wollen wie vor der Pandemie oder ob es auch mit weniger Konsum, einer anderen Ernährungsweise, weniger Ressourcenverbrauch, weniger Abfall, weniger oder anderer Mobilität geht.

Samstag, 20.02.2021, 09:08 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 09:10 Uhr
Neben dem Verzicht aufs Vollbad zugunsten der Dusche, unter die man nur jeden zweiten Tag springen sollte, kann man Wasser sparen, indem man während des Einseifens, beim Zähneputzen und beim Händewaschen zwischendurch das Wasser abdreht..
Neben dem Verzicht aufs Vollbad zugunsten der Dusche, unter die man nur jeden zweiten Tag springen sollte, kann man Wasser sparen, indem man während des Einseifens, beim Zähneputzen und beim Händewaschen zwischendurch das Wasser abdreht.. Foto: Lars Halbauer/dpa

120 Liter Trinkwasser nutzt jeder Deutsche am Tag zum Trinken, Kochen oder Putzen. Der tatsächliche Wasserverbrauch eines jeden liegt aber bei unglaublichen 3900 Litern. Denn neben direkt genutztem gibt es indirekt genutztes Wasser, das auch als virtuelles Wasser bezeichnet wird und in Lebensmitteln und anderen Konsumgütern enthalten ist oder zu deren Erzeugung eingesetzt wird. Wenn sie die Summe des direkt und indirekt genutzten Wassers meinen, sprechen Fachleute vom „Wasserfußabdruck“.

Was den Wasserverbrauch angeht, leben wir also auf sehr großem Fuß; und, wie die Fairtrade-Steuerungsgruppe Warendorf zu bedenken gibt, auf Kosten anderer Länder, indem wir Produkte importieren, deren Herstellung in den Herkunftsländern zu Wassermangel und -verschmutzung führt. Die Fastenzeit, findet die Gruppe, sei ideal, um den eigenen Wasserverbrauch einmal auf den Prüfstand zu stellen.

So könne jeder einmal seinen persönlichen Wasserfußabdruck unter waterfootprint.org bestimmen.

Sinnvoll sei es, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen, zu prüfen, aus welchem Anbaugebiet der Kaffee und der Orangensaft auf meinem Frühstückstisch kommen, ob der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten nicht eingeschränkt werden kann, um den Wasserfußabdruck zu minimieren, und ob es wirklich wieder eine neue Jeans sein muss, die mit viel schädlichem virtuellem Wasser produziert worden ist.

„Die Waschmaschine sollte man nicht halb voll laufen lassen“, findet die Steuerungsgruppe und rät zur optimalen Auslastung der Maschine. Wer sogenannte Farbfänger, erhältlich in Drogeriemärkten, zur Wäsche gebe, könne bedenkenlos Bunt- und Weißwäsche im selben Waschmaschinengang waschen. Wer beim Einkauf darauf achtet, dass T-Shirts, Unterwäsche oder Sportkleidung aus Merino-Wolle bestehen, kann sich manchen Waschgang sparen.

Neben dem Verzicht aufs Vollbad zugunsten der Dusche, unter die man, schon der Haut zuliebe, nur jeden zweiten Tag springen sollte, kann man Wasser sparen, indem man während des Einseifens, beim Zähneputzen und beim Händewaschen zwischendurch das Wasser abdreht. Nachdenken kann man auch über den Einbau so genannter Durchflussbegrenzer für den Wasserhahn, die im Baumarkt erhältlich sind. Weil dem Wasserstrahl Luft beigemischt wird, behält er sein volles Volumen, es fließt aber weniger Wasser.

Auch bei Spülmaschinen kann man am Wasserverbrauch sparen, indem man die Geräte bei jeder Nutzung voll belädt. Die verbrauchsärmsten Spül- und Waschmaschinen tragen das EU-Energielabel mit der Effizienzklasse „A+++“.

Um die chemische Verunreinigung des Trinkwassers durch Putzmittel zu minimieren, empfiehlt ein Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe, möglichst Scheuerpulver oder Zitronensäure zu nutzen. Statt täglich Waschbecken und Toilette zu reinigen, sei es besser einmal wöchentlich eine Gerüche nehmende Sauerstofftablette (zum Beispiel Corega Tabs) in Waschbecken und Toilette zu geben.

Der Trinkwasserverbrauch lässt sich auch durch eine sinnvolle Regenwassernutzung senken, die vor allem für Gartenbesitzer interessant ist. Wer in Regentonnen oder vergleichbaren Behältern Regenwasser auffängt, spart Trinkwasser und kann beim Bewässern der Gemüsebeete sogar auf kalkfreies Wasser zurückgreifen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7828713?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker