Corona-Impfung beim Hausarzt
Kleiner Piks in der Mittagspause

Warendorf -

Zunächst 18 Einheiten hat Hausarzt Dr. Thomas Cierpka bekommen. „18 Impfdosen gleich 18 Patienten“, sagte der Allgemeinmediziner den Westfälischen Nachrichten, davon sei ein Teil für Hausbesuche vorgesehen, das Gros der Patienten habe er aber für den Auftakt des Impfens am Donnerstag in die Praxis bestellt. In der Mittagspause wird geimpft, was das Zeug hergibt.

Donnerstag, 08.04.2021, 20:27 Uhr aktualisiert: 08.04.2021, 20:30 Uhr
Kleiner Piks – große Wirkung:
Kleiner Piks – große Wirkung: Foto: Joachim Edler

In Warendorfer Hausarztpraxen sind am Mittwoch die ersten Dosen des Corona-Impfstoffes von Biotech/ Pfizer an Patienten verabreicht worden. Wie beim Freckenhorster Allgemeinmediziner Dr. Thomas Cierpka sind derzeit nur wenige Dosen verfügbar. Zunächst 18 Einheiten hat der Hausarzt bekommen. „18 Impfdosen gleich 18 Patienten“, sagte er den Westfälischen Nachrichten , davon sei ein Teil für Hausbesuche vorgesehen, das Gros der Patienten habe er für den Auftakt des Impfens am Donnerstag in die Praxis bestellt. In der Mittagspause wird geimpft, was das Zeug hergibt.

Wochenlang haben sich seine Mitarbeiterinnen durch die Akten gelesen. Alle über 80-Jährigen, die der Praxis bekannt seien, habe man abtelefoniert. Die Fälle mit erheblichen Vorerkrankungen wurden identifiziert, um sie zeitnah gegen das Coronavirus impfen zu können. Erst die Senioren und Patienten mit Vorerkrankungen: Die Hausärzte müssen die Reihenfolge einhalten. Sie haben etwas Spielraum, wenn mal ein Patient nicht zum Termin erscheint und alle Dosen eines Biontech-Fläschens verimpft werden müssen. Ein bis zwei Stunden ist das angebrochene Sechser- oder Siebener-Impfpaket haltbar.

Am Donnerstagnachmittag machte sich Cierpkas Team mit Impfspritzen auf zu Pflegebedürftigen, die im eigenen Haus bettlägerig sind oder es wegen gesundheitlicher Einschränkungen weder in die Praxis noch ins Impfzentrum schaffen.

Seitdem bekannt ist, dass die Hausärzte ins Impf-Programm mit einbezogen werden, stand auch in der Freckenhorster Hausarztpraxis das Telefon nicht still. „Viele wollen die Impfung vom Hausarzt“, berichtet Cierpka. Denn der Arzt sei dem Patienten bekannt, er wisse um die Vorerkrankungen, die Sorgen und Nöte des Patienten. Der Gang in die Hausarztpraxis sei vor allem bei Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt seien, ein immer wieder angeführtes Argument. Doch die Zahl der Impfdosen ist stark beschränkt. Nur 18 Patienten könne er auch in der kommenden Woche mit dem Corona-Impfstoff von Biotech/Pfizer impfen.

Cierpka hätte sich gewünscht, dass die Hausärzte viel früher in den Impfplan des Gesundheitsministeriums mit einbezogen worden wären. „Ich hätte es genau umgekehrt: Die ältere Generation in die Praxen, die Jüngeren in die Impfzentren.“ Die Impfung beim Hausarzt sei zudem kostengünstiger. „Während ein Hausarzt für eine Impfung – ohne Impfstoff – circa 20 Euro bekommt, kostet eine Patientenimpfung im Impfzentrum das Vierfache, nämlich 80 Euro“, schüttelt Cierpka nur mit dem Kopf. Kritik übt der Hausarzt auch an der Bürokratie: „Für eine Impfung gibt es 18 verschiedene Abrechnungsziffern. Unterschieden wird unter anderem nach Impfstoff, Alter, Job und Krankheit des Patienten, Erst- oder Zweitimpfung.“

Von dem Sonderkontingent an Astrazeneca-Impfdosen für über 60-Jährige, das auch in die Hausarztpraxen gelangen sollte und für das er sich beworben hatte, habe er bislang noch nicht profitieren können, sprich gar nicht erhalten. Während der Impfstoff für die Hausärzte über die Apotheken bestellt werden muss, hätten die Astrazeneca-Impfdosen persönlich im Impfzentrum des Kreises abgeholt werden müssen. „Und das zwischen 9 und 11 Uhr, wenn bei uns die Hölle los ist.“

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