Abschiedsgruß von Pfarrer Franklin Jose Antony
„Ich vermisse jeden Einzelnen“

Warendorf -

Pfarrer Franklin Jose Antony verabschiedet sich in einem persönlichen Gruß von allen Warendorfern und freut sich darauf, den einen oder anderen mal wiederzusehen.

Mittwoch, 21.04.2021, 18:49 Uhr
Pfarrer Franklin Jose Antony hat Warendorf verlassen und bedankt sich.
Pfarrer Franklin Jose Antony hat Warendorf verlassen und bedankt sich. Foto: Monika Vornhusen

Pfarrer Franklin Jose Antony hat Warendorf nach achteinhalb Jahren verlassen. Zum Abschied hat er noch einen Gruß an alle Warendorfer verfasst:

„Lieber Warendorferinnen und Warendorfer, wenn Euch dieser Gruß erreicht, bin ich schon fast in meinem Mutterland Indien, und der Abschied von Euch fällt mir wirklich schwer. So viele gute Verbindungen sind seit meiner Ankunft 2012 entstanden, für die achteinhalb schönen Jahre und für den anrührenden Schlussgottesdienst mit Euch am letzten Samstag bedanke ich mich von ganzem Herzen! Deutschland ist auch für mich ein bisschen Vaterland geworden, gerade im letzten Jahr, in dem meine Zeit bei Euch durch Corona verlängert wurde.

Ich habe mit innerer Freude den Dienst am Altar der drei Warendorfer Gemeinden, in der Klosterkirche und im Malteser Marienheim und alle seelsorgerischen Aufgaben übernommen und bekam von euch in allen Fragen Hilfe. ,Was wirst Du vermissen, wenn Du am Donnerstag, den 22. April um 20 Uhr den Flug von Frankfurt nach Neu Delhi und weiter nach Trivandrum antrittst, Franklin, und dann vom Bistum Marthandam aus dort abgeholt wirst?‘ werde ich jetzt oft gefragt.

Ein Teil meines Herzens bleibt hier bei Euch.

Father Franklin

Ich vermisse Euch sehr – jeden einzelnen Warendorfer, auch die Stadt, und das schöne Land Deutschland!

Andererseits – ein Teil meines Herzens bleibt hier bei Euch, und vielleicht gibt es ja einmal ein Wiedersehen. Wenn es eine Gelegenheit für mich gibt, Euch zu besuchen, bin ich gerne wieder für Euch da. Eine solche Perspektive würde mich sehr froh machen.

Was nehme ich jetzt mit? Zum Beispiel Ideen zum Kirchenleben. In den Studienwochen, bei Pastoralkursen, Klausurtagungen und Dienstberatungen habe ich tief eintauchen können in ein systematisches und demokratisches Kirchenverständnis hier. Früh und perfekt planen, sehr ordentlich und pünktlich präsentieren, dann mit Herz durchführen, und mit einem Feedback abschließen – diese Struktur hat mich fasziniert, und einiges von dieser Art werde ich mit meinen seelsorglichen Aufgaben in Indien verknüpfen.

Daneben sind für unser Kirchenleben dort noch einige andere Themen im Vordergrund: Viele jugendliche Leute sind sehr aktiv in der Gemeinde, aber leider ist die Arbeitslosigkeit unter ihnen hoch. Gute Bildung und die Verbesserung der Hygienebedingungen sind ein großes Thema. Allgemein ist für die Gesundheit noch vieles zu tun, und Sozialarbeit ist ein großer Schwerpunkt. Auch für unsere alten Leute können wir neue Konzepte entwickeln. Das schaffen wir zusammen. Mein genaues Arbeitsfeld lerne ich erst in Indien kennen und werde Euch berichten.

Umgekehrt gibt es für diejenigen von Euch, die gerne in Indien etwas mitmachen möchten oder Kontakt halten wollen, einige neue Perspektiven. Ihr seid immer herzlich willkommen an Indiens Südspitze. Ob Ihr zum Beispiel ein paar Wochen oder Monate Praktikum machen wollt, in Eurer Rentenzeit etwas Abstand bekommen wollt oder gerade aus Eurem Beruf etwas Gutes vermitteln wollt, oder auch, wenn Ihr einfach mal reisen und Urlaub dort machen möchtet – bitte informiert mich, ich bin da und gebe Euch meine ganze Fürsorge.

Alle Türen stehen Euch offen.

Father Franklin

Bereiche wie Schule, Waisenhaus, Altenarbeit, Sozialbereich, Behindertenarbeit, Agrarwesen und natürlich jegliche kirchlichen Aufgaben, auch Gesundheitspflege mit Yoga oder Ayurveda – alle Türen stehen Euch offen, das können wir sehr gut für Euch arrangieren und Ihr seid dann wie Familienmitglieder bei uns.

Ich würde Euch gerne ein paar Mal im Jahr meine Aufgaben und Projekte in Indien vorstellen, wenn Interesse besteht, die Neuigkeiten und Entwicklungen zu erfahren. Einige Warendorfer möchten mich weiter unterstützen und zum Beispiel etwas für die Armen, Behinderten oder die Kinder in Marthandam tun, und ich habe eine Möglichkeit gefunden, dass mich jede Eurer Spenden auch in Zukunft sicher erreicht: über das Konto des „Förderverein Indienhilfe Saar e.V.“ vom Team Susanne Limbach. (Infos: www.indienhilfe-saar.de). Bitte notiert als Stichwort: Fr. Franklin Sozialprojekte.

Wenn Ihr dazu Eure Mailadresse (!) auf den Überweisungsträger schreibt, erhaltet Ihr am Jahresende zuverlässig eine Spendenbescheinigung. Die Indienhilfe Saar arbeitet schon lange erfolgreich mit meinem Bistum zusammen.

Das war schon ein Blick in die Zukunft. Was ist heute wichtig? Ich bedanke mich bei allen sehr sehr herzlich und innig für die schöne Zeit in Warendorf. Bei Peter Lenfers und dem Team, den Mitgliedern des Pfarreirates und Pfarrgemeinderates, bei Küstern, Musikern, Messdienern und Pfadfindern, bei KFD und Kolping, unbedingt auch bei der tamilischen Gemeinde und meiner netten Vermieterfamilie Vincke und bei allen, die in unseren drei Gemeinden mit der Kirche verbunden sind, auch bei allen, die mir zu Freunden geworden sind, ob hauptamtlich oder ehrenamtlich, insgesamt Danke also für tausend positive Erfahrungen in den achteinhalb Jahren. Wunderbar! Lasst uns weiter diese Verbindungen stärken. Bleiben wir einander auch im gegenseitigen Gebet verbunden. Ihr erreicht mich weiterhin unter appufrank@gmail.com.

Auf Wiedersehen, Warendorf! Euer Pfarrer Franklin Jose Antony

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