Kneipp-Verein sichert sich Heimat
Mit „Halsguss“ auf Kauf anstoßen

Warendorf -

Vom Bootshaus zum sicheren Hafen: Der Warendorfer Kneipp-Verein mit seinen 530 Mitgliedern kauft das Vereinsheim (ehemaliges Bootshaus Maximo) an der Beelener Straße. Die Voraussetzungen dafür sind jetzt in trockenen Tüchern, so die Vorsitzende Christel Hoof im Gespräch mit unserer Zeitung.

Samstag, 01.05.2021, 10:34 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 10:40 Uhr
Christel Hoof fällt fast hörbar ein Stein vom Herzen: „Wir haben die zweite Baugenehmigung. Jetzt können wir den Kaufvertrag unterschreiben.
Christel Hoof fällt fast hörbar ein Stein vom Herzen: „Wir haben die zweite Baugenehmigung. Jetzt können wir den Kaufvertrag unterschreiben. Foto: Joachim Edler

Christel Hoof fällt fast hörbar ein Stein vom Herzen: „Wir haben die zweite Baugenehmigung. Jetzt können wir den Kaufvertrag unterschreiben. Und das wird nächste Woche passieren. Der Kneipp-Verein hat damit für immer und ewig eine feste Heimat.“

Vom Bootshaus zum sicheren Hafen: Der Warendorfer Kneipp-Verein mit seinen 530 Mitgliedern kauft das Vereinsheim (ehemaliges Bootshaus Maximo) an der Beelener Straße. Die Voraussetzungen dafür seien jetzt in trockenen Tüchern, so die Vorsitzende im Gespräch mit unserer Zeitung. Zum einen betraf das die Baugenehmigung für den Umbau des Bootslagers zum Schulungsraum. Und zweitens die Baugenehmigung für das Haupthaus. „Diese zweite Baugenehmigung war uns sehr wichtig, damit der Kneipp-Verein sein Vereinsheim auch künftig weiter an dieser Stelle nutzen kann.“

Christel Hoof spricht von einem „Lebenswunsch“, der für sie in Erfüllung gegangen ist. „Wenn ich irgendwann mal keine Vorsitzende mehr sein werde und den Kneipp-Verein verlasse, kann ich das mit einem wunderbaren Gefühl. Denn der Kneipp-Verein hat eine Heimat auf Dauer bekommen.“

Das war nicht immer so. Elf Jahre war der Kneipp-Verein nur Mieter des ehemalige Bootshaus an der Ems. Davor war der Kneipp-Verein sogar heimatlos. „In Schulen, Pfarrheimen und Sporthallen boten wir unsere Kurse an. Doch immer enger wurde das Raumangebot mit dem Ganztagsangebot an den Schulen. Unser Klientel ist 70 plus und bevorzugt Kurse am Vormittag. Nur von Abendkursen hätten wir nicht überlebt.“

Als Glücksfall bezeichnet Christel Hoff, dass der Kneipp-Verein jetzt das Vereinsheim kaufen kann. „Denn die Miete, die wir künftig hätten zahlen müssen, wäre höher als die Kauffinanzierung gewesen.“ Die gute Nachricht will sie jetzt ihren Mitgliedern mitteilen. Spätestens auf der Jahreshauptversammlung am 29. Mai, die coronabedingt online stattfindet, will man miteinander auf den Hauskauf anstoßen. Aber nicht mit irgendetwas. Nein, mit einem „Halsguss“. So heißt der kleine, aber feiner Kräuterschnaps aus dem Hause Kneipp – „in Anlehnung an die Kneippschen Wasseranwendungen“, lacht Christel Hoof, die sich auf der Versammlung erneut als Vorsitzende zur Wahl stellt. Nein, ans Aufhören denkt sie zurzeit noch nicht. „Ich möchte den Umbau und die damit verbundene Umstrukturierung im Kneipp-Verein begleiten“, sagt sie und ein gut bestelltes Feld übergeben.

Einen Termin sollten sich die Mitglieder des Kneipp-Vereins schon jetzt rot in ihrem Kalender anstreichen: den 18. September. Dann wird nicht nur das 30-jährige Bestehen des Warendorfer Kneipp-Vereins, das im vergangenen Jahr aufgrund von Corona ausfiel, nachgeholt, sondern auch dem 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp gedacht. Das Ganze mit einem kleinen Jubiläumsprogramm mit Darbietungen, Kaffee und Kuchen. An dem genauen Programm wird noch gefeilt. Eine besondere Ehrung soll den Gründüngsmitgliedern des Warendorfer Kneipp-Vereins zu teil werden, die das Erbe Sebastian Kneipps in der Stadt Warendorf weitergetragen haben. Dazu gehört Ingeborg Bülte, die den Verein nicht nur als langjährige Vorsitzende leitete, sondern auch selbst Kurse im meditativen Tanzen und im Seniorentanz gab.

Dass das Kneippsche Gesundheitskonzept nach wie vor gefragt ist, untermauern die Belegungszahlen: „Vormittags ist unser Vereinsheim komplett ausgebucht.“ Christel Hoof spricht von einen engagierten Verein und von einem Konzept, das über Generationen hinweg zu überzeugen vermag.

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