Marienbögen werden nicht aufgebaut
„Können Sicherheit nicht garantieren“

Warendorf -

Angesichts der nach wie vor angespannten Corona-Lage sieht Bogenvater Josef Dreischulte auch dieses Jahr keine Möglichkeit, die Bögen aufzubauen. Auch die Spendensammlung findet nicht statt. „Zwei bis drei Jahre können wir das vielleicht noch verkraften, aber dann wird es finanziell eng“, bezifferte der Sprecher aller neun Bogengemeinschaften allein die Versicherungsgebühren für die neun Marienbögen auf 2500 bis 3000 Euro jährlich.

Samstag, 01.05.2021, 06:54 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 07:00 Uhr
Die Bogengemeinschaften hatten zunächst überlegt, nur den Marktbogen in Corona-Zeiten aufzubauen, um die Tradition beizubehalten und ein Zeichen zu setzen. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Spendensammlung findet nicht statt.
Die Bogengemeinschaften hatten zunächst überlegt, nur den Marktbogen in Corona-Zeiten aufzubauen, um die Tradition beizubehalten und ein Zeichen zu setzen. Jetzt steht jedoch fest, dass dies nicht geschehen wird, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Spendensammlung findet nicht statt.

Josef Dreischulte war im vergangenen Jahr noch voller Hoffnung gewesen, dass die Marienbögen anlässlich Mariä Himmelfahrt im Jahre 2021 wieder aufgebaut werden können. Wegen Corona blieben die neun Bögen in der Remise. Und das wird auch dieses Jahr so bleiben. Das bestätigte Bogenvater Josef Dreischulte als Sprecher aller neun Bogengemeinschaften auf Anfrage unserer Zeitung. Das sei das Ergebnis einer kürzlich stattgefundenen Konferenz, an der neben der Bogengemeinschaft auch Kreisdechant Pfarrer Peter Lenfers, Dechant Manfred Krampe aus Freckenhorst, ein Vertreter des Freckenhorster Heimatvereins sowie Bürgermeister Peter Horstmann und Horst Breuer vom Kulturamt der Stadt teilgenommen hätten.

Josef Dreischulte, der über 30 Jahre, zum Schluss als Vorsitzender, in der Bogengemeinschaft Markt-Emstor aktiv war, hatte sein Amt im vergangenen Jahr an Benedikt Ratermann übergeben. Dreischulte ist seitdem Ehrenvorsitzender, bleibt aber Sprecher aller neun Bogengemeinschaften. In der Zusammenkunft sei der Vorschlag von Benedikt Ratermann, als ein Zeichen der Tradition in Corona-Zeiten wenigstens den Marienbogen auf dem Markt aufzustellen, zwar kurz diskutiert, dann aber schnell wieder verworfen worden. „Selbst, wenn wir nur einen Bogen aufbauen, kann niemand der Bogengemeinschaften für die Einhaltung der Corona-Sicherheitsregeln garantieren“, betonte Dreischulte und meinte damit die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen, die in der Coronaschutzverordnung festgeschrieben sind, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Hinzu kommt, dass die Helfer einen Vorlauf von mindestens acht Wochen benötigen, so der Bogenvater, damit der Bogen am Ende auch wirklich steht. „Schließlich brauchen wir schweres Gerät, das wir bei Firmen ordern.“ Angesichts der nach wie vor angespannten Corona-Lage sieht Dreischulte auch dieses Jahr keine Möglichkeit, die Bögen aufzubauen. Auch die Spendensammlung findet nicht statt. „Zwei bis drei Jahre können wir das vielleicht noch verkraften, aber dann wird es finanziell eng“, bezifferte Dreischulte allein die Versicherungsgebühren für die neun Marienbögen auf 2500 bis 3000 Euro jährlich.

Mit der fertiggestellten Remise auf dem städtischen Baubetriebshof gehören die Zeiten, in denen die Marienbögen beispielsweise auf Anhängern oder Containern, über das Stadtgebiet verteilt, gelagert werden mussten, jedenfalls der Vergangenheit an. Den Wunsch einer zentralen Lagerung hatte seinerzeit Thomas Heitmann (Freckenhorster Straße) bei einem Gespräch der Bogengemeinschaften mit der Verwaltung im November 2017 an den Bürgermeister herangetragen.

Normalerweise werden in der Festwoche von Mariä Himmelfahrt – rund um dem 15. August – von den „Bogengemeinschaften“ in der Altstadt neun große Bögen zu Ehren der Gottesmutter errichtet, unter denen sich am Samstagabend Tausende von Pilgern aus nah und fern versammeln. Damit die Warendorfer im vergangenen Jahr nicht ganz auf ihr Heimatfest verzichten mussten, waren Miniaturbögen ausgestellt. Diese wurden in verschiedenen Warendorfer Schaufenster in Szene gesetzt – ein Mini-Marienfest. Ob das dieses Jahr wieder so sein wird, vermochte Dreischulte nicht zu sagen. Das Heimatfest Mariä Himmelfahrt hat eine lange Tradition. 1753 fand die erste Marienprozession statt. In einer mündlichen Überlieferung heißt es, dass der Schreinergeselle Johann Hermann Budde auf seiner Wanderschaft in Wien die Inspiration zu den Bögen fand. Dort wurden anlässlich der Krönungsfeierlichkeiten prachtvolle Bögen aufgebaut.

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