azz-Konzert mit der Lars Danielsson Group in Lüdinghausen
Eine musikalische Wucht

Lüdinghausen -

Es ist schon ziemlich gewaltig, was am Donnerstagabend im restlos ausverkauften Veranstaltungssaal der Burg Vischering in Sachen Jazz aufgefahren wird: Lars Danielsson am Kontrabass, Magnus Öström am Schlagzeug und John Paricelli an der Gitarre sind jeder für sich genommen schon eine musikalische Wucht, und auch Grégory Privat, mit Anfang dreißig der Jüngste auf der Bühne, hält angesichts der geballten musikalischen Erfahrung seiner Musikerkollegen mit seinem flotten und unbekümmerten Spiel am Flügel locker mit.

Freitag, 26.05.2017, 16:05 Uhr

Lars Danielsson am Kontrabass  
Lars Danielsson am Kontrabass   Foto: Ira Middendorf

An diesem Abend präsentieren die vier Musiker der Öffentlichkeit erstmalig die Stücke ihrer neuen CD „Liberetto III“, die am Freitag veröffentlicht wurde. „III“ deshalb, weil es die dritte CD des Liberetto-Projektes um Lars Danielsson ist. Die Musik ist leicht zugänglich und skandinavisch unkompliziert. Magnus Öström sorgt am Schlagzeug in jedem Fall für die nötige Spannung, die selbst bei den ruhigeren Stücken klar gehalten wird. Der ehemalige Schlagzeuger des schon fast legendären Esbjörn Svensson Trios treibt die Stücke dabei immer wieder in schwindelnde Höhen, um kurz darauf wieder in den Hintergrund zu gehen – zwischen Anspannung und Entspannung arbeitet das Schlagzeug wie ein Muskel im Klangkörper. Das ist live ein schon fast hypnotisches Erlebnis, dem man sich nur schwer entziehen kann. Gemeinsam mit John Paricellis Gitarre, die unter anderem neben spanischer Konzertgitarre immer mal wieder schwer nach 70er-Rockgitarre klingt, wird die Bandbreite des Jazz an diesem Abend auch in Richtung Rock ausgelotet. Dabei ist es stets die Melodie, die alles wieder einfängt und zusammenhält.

„Lars macht sich beim Schreiben der Stücke schon viele Gedanken – das merkt man der Musik auch an“, meint John Paricelli dazu nach dem Konzert. Vor allem in Lars Danielssons Kontrabass-Solo nach der Pause wird dem Nachspüren der Musik Raum gegeben, was zu der Menge an Klang, die an diesem Abend von der Bühne ausgeht, einen sanften Einstieg in den zweiten Teil des Abends bietet. Dieser endet dann fulminant in zwei schnellen, wirklich wilden Nummern, die zunächst Lars Danielsson die Brille von der Nase und dann das Publikum von den Stühlen haut. „Standing Ovations“ für ein Konzerterlebnis auf höchstem Niveau.

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