Kleine Bühne, großer Respekt
Die Star-Mezzosopranistin Vesselina Kasarova spricht über Konzertsäle und die Musik ihrer Heimat

Steinfurt -

Die bulgarische Mezzosopranistin Vesselina Kasarova, die seit vielen Jahren in der Schweiz lebt, gastiert am 11. Juni in der Bagno-Konzertgalerie in Steinfurt. Darüber sprach sie mit unserem Mitarbeiter Christoph Schulte im Walde.

Mittwoch, 07.06.2017, 12:06 Uhr

Vesselina Kasarova schätzt die intime Atmosphäre in der Bagno-Konzertgalerie in Burgsteinfurt. Am 11. Juni ist sie dort wieder zu Gast.
Vesselina Kasarova schätzt die intime Atmosphäre in der Bagno-Konzertgalerie in Burgsteinfurt. Am 11. Juni ist sie dort wieder zu Gast. Foto: Suzanne Schwiertz

Frau Kasarova , in Ihrer langen Karriere haben sie an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt gesungen, haben die großen Konzertsäle erlebt. Die Bagno-Konzertgalerie ist dagegen ein kleiner Raum. Was macht ihn für Sie attraktiv?

Vesselina Kasarova: Ich liebe prinzipiell die Intimität, weil ich auch sehr verbunden bin mit dem Genre des Liederabends, der besser in einen kleineren Rahmen passt. Ich habe auch keine Ängste, nah am Publikum zu sein. Natürlich geht jeder Künstler auf seine Weise mit dieser Nähe um. Für mich ist das ein Vorteil, dieser direkte Kontakt. Und was die Größe des Konzertsaals angeht: Für mich spielt es keine Rolle, wie viele Menschen mir zuhören. Natürlich ist es viel schwieriger, auf einer kleinen Bühne zu singen. Ich habe da einfach noch größeren Respekt.

Im Bagno werden Sie auch Musik aus Ihrer bulgarischen Heimat präsentieren...

Kasarova: ...das mache ich immer dann, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme! Diese urwüchsigen Klänge des bulgarischen Volkes sind einfach authentische Musik. Bulgarien hat ja eine lange und wechselvolle Geschichte mit unterschiedlichen Einflüssen von außen. Aber unsere eigene Musik hat uns geholfen, unsere Sprache zu erhalten, auch in den 500 Jahren, in denen Bulgarien zum Osmanischen Reich gehörte. Und es waren die Frauen, die diese bodenständige Musik gesungen haben, die Männer haben sie auf ihren Instrumenten begleitet! Das ist auch ein Zeichen von Frauen, die sagen: Wir sind da, wir sind stark! Und es war mir wichtig zu zeigen, dass diese Volksweisen nicht oberflächlich sind, sondern Tiefe haben und manchmal etwas melancholisch sind. Und es wird immer eine sehr menschliche Geschichte erzählt …

Sie haben fast alle wichtigen Opernrollen Ihres Mezzo-Faches gesungen. Gibt es welche, die Sie unbedingt noch verkörpern wollen?

Kasarova: 55 Rollen sind es mittlerweile, mit denen ich zu erleben war. Zwei, drei Rollen gibt es, die ich noch machen möchte – aber ich warte ab, wo ich sie wirklich realisieren kann. Eine Amneris zum Beispiel – oder eine Azucena. Meine Stimme war ja nie eine kleine Stimme. Aber ich habe sie kultivieren lassen und Rossini, Donizetti, Bellini und auch das französische Fach gesungen – aber ich war immer vorsichtig und habe meine Stimme langsam entwickelt.

Was kommt nach dem Konzert im Bagno?

Kasarova: Ganz viel. Vor allem mache ich weiter an einem CD-Projekt mit Liedern von Henri Marton , die ganz unbekannt sind. Aber das ist wirklich spannende Musik!

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Vesselina Kasarova gastiert zusammen mit dem Ensemble „L‘arte del mondo“ am 11. Juni um 19 Uhr in der Bagno-Konzertgalerie in Steinfurt. Auf dem Programm stehen Arien von Händel und bulgarische Volksmusik. Karten im Vorverkauf beim Steinfurt Marketing und Touristik e. V., ' 025 51/13 83.

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