Ausstellung im Fritz-Winter-Haus
Hipp lässt Farben explodieren

Ahlen -

Im Fritz-Winter-Haus lässt Nikolaus Hipp die Farben förmlich explodieren. „Wir begeben uns mit Nikolaus Hipps Werken auf eine imaginäre Reise in lichtdurchflutete Welten“, so beschreibt es die Kunsthistorikerin Dr. Marta Cencilla Ramirez in dem Katalogbuch „Nikolaus Hipp 1973 - 2015“. Was für ein Kontrast zu den formal strengen Schwarz-Weiß-Bildwerken Andrea Schomburgs in der vorangegangenen Ausstellung.

Samstag, 10.06.2017, 14:06 Uhr

Geradezu programmatisch wirkt die 184 x 200 Zentimeter große Arbeit, die Teil eines Diptychons ist mit dem Titel „Der goldene Schnitt“ aus dem Jahr 2003.
Geradezu programmatisch wirkt die 184 x 200 Zentimeter große Arbeit, die Teil eines Diptychons ist mit dem Titel „Der goldene Schnitt“ aus dem Jahr 2003. Foto: Dierk Hartleb

Nikolaus Hipp greift dagegen in den überquellenden Farbtopf und inszeniert ein Fest der Farben. Dabei lässt er sich von Erlebnissen und Eindrücken anregen, die er zu Farbinseln und -wolken verdichtet, die sich wieder verflüchtigen, manchmal auch bizarre Formationen und Muster herausbilden. Aber immer sind es die Hell-Dunkel-Kontraste, ein Leuchten aus der Dunkelheit, wie es auch für das Werk Fritz Winters typisch ist, das die besondere Spannung auf den Leinwänden erzeugt. Ramirez bescheinigt den Werken des Pfaffenhofener Künstlers, der aus einer Künstlerfamilie stammt und ein Multitalent ist, eine Leidenschaft für Pigmente und für die Kraft der Farbe, die sich in den spannungsreichen und subtilen Farbwelten widerspiegelt, „die uns in die Höhen des Firmaments, in die Tiefen der Finsternis, in die Harmonie der Stille, die Dramatik der zerstäubenden Kräfte führen“. Besser lässt sich die Kunst von Nikolaus Hipp nicht auf einen Nenner bringen.

Obwohl seine Bildwelten eigentlich abstrakt sind, glaubt man als Betrachter gelegentlich Landschaftliches und Figuratives auszumachen; nicht von ungefähr trägt die Ausstellung den Titel „Die vier Jahreszeiten“. Die meisten Werke haben aber keine Titel, bis auf ein Diptychon, dessen zwei Teile den großen Ausstellungsraum mit ihren jeweils 185 mal 200 Zentimetern geradezu beherrschen. Sie hat der Künstler „Der goldene Schnitt“ genannt und verlässt in ihnen das rein Informelle. Hier scheint der Professor – Hipp hat bzw. hatte eine Professur in Tiflis und Lehraufträge in Eichstätt-Ingolstadt und Ansbach inne – zu seinen Studenten zu sprechen, um ihnen die Regeln des Goldenen Schnitts bildlich vor Augen zu führen. So programmatisch äußert sich Hipp ansonsten in dieser Ausstellung, die am heutigen Samstag, 10. Juni, um 15 Uhr eröffnet wird, nicht. Als Eröffnungsredner hat die Leiterin des Fritz-Winter-Hauses, Helga Gausling, den ersten Leiter des Ludwig-Forums Aachen, Prof. Dr. Wolfgang Becker, gewinnen können.

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Fritz-Winter-Haus: „Nikolaus Hipp: Die vier Jahreszeiten – Ölbilder 1995 - 2005“, bis 20. August; geöffnet dienstags, mittwochs und samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr.

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