Neues Residenz-Museum im Schloss Neuhaus
Wo die Fürstbischöfe Hof hielten

Paderborn -

Ein eindrucksvolles Schloss diente den Paderborner Fürstbischöfen einst als Residenz. Das neue Residenzmuseum im südlichen Teil des Schlosses Neuhaus gibt nun einen Einblick in die Bau- und Residenzgeschichte. Die Eröffnung geht am 26. August anlässlich der Museumsnacht über die Bühne. Von 18 bis 24 Uhr ist sodann das neue Museum zu besichtigen. Der Slogan heißt dann „hands on“ – Mitmachstationen laden ein! Museumsmitarbeiter in historischen Kostümen fordern zum Rundgang durch die völlig neu konzipierte Ausstellung auf, die dem engagierten Museumsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner gelungen ist. Um 19 und 21 Uhr führt der Museumsleiter selbst Interessierte durch die Schau.

Donnerstag, 24.08.2017, 15:08 Uhr

Stattliches Schloss Neuhaus: Im Südflügel befindet sich das neue Residenzmuseum.
Stattliches Schloss Neuhaus: Im Südflügel befindet sich das neue Residenzmuseum. Foto: Fotos: Weigelt/Museum

Dietrich von Fürstenberg baute das Schloss zu einer geschlossenen Vierflügelanlage aus, und Clemens August von Bayern (1700-1761), der auch im Bistum Münster seine Spuren hinterließ, erweiterte Neuhaus um einen Marstall sowie einen eindrucksvollen Barockgarten, der heute in Teilen rekonstruiert ist und momentan in voller Blüte steht. Die Gärtner haben den Garten inszeniert. Im Museum stehen nun „Die vier Jahreszeiten“ als erhaltene Skulpturen. Während die ersten drei Jahreszeiten durch Frauen repräsentiert werden, kommt der Winter als Mann mit Pelzmütze daher. Im Remter, einer über Säulen gewölbten Halle, wird die bauliche Entwicklung des Schlosses anhand von Modellen und einer medialen Rekonstruktion gezeigt.

Der teilweise erhaltene Neptunbrunnen aus dem Innenhof des Schlosses ist jetzt erstmals seit 1945 wieder zu sehen. Die zahlreichen Funde aus der Schlossgräfte, die der Forscher Hans Joachim Nachtmann geborgen hat, machen den Alltag der Schlossbewohner greifbar. Die in der Regierungszeit von Clemens August geschaffenen Repräsentationsräume befinden sich in der Belletage des Schlosses. Sie wurden sorgsam restauriert und dokumentieren das Selbstverständnis der fürstbischöflichen Herrschaft. Wertvolle Exponate zeigen die Bedeutung von Neuhaus als Zentrum des geistig-kulturellen Lebens im Hochstift Paderborn. Hier stechen die religiösen Kultgegenstände besonders hervor, wie zum Beispiel ein Altarkreuz aus der Schlosskapelle aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Doch die Fürstbischöfe neigten auch dem weltlichen zu: Die Jagd etwa war ein wichtiger Zeitvertreib. Einige Flinten dokumentieren dies. Die ehemalige Bibliothek versammelt etliche Bücher der bischöflichen Leselust. Das Speisezimmer kann mit einem historischen Hildesheimer Silbergedeck aufwarten. Mitmachstationen laden ein, sich ins 16. bis 18. Jahrhunderts hineinzuversetzen.

Das Pendant zum Residenzmuseum ist übrigens noch im Entstehen: Das Stadtmuseum „Am Abdinghof“ lädt zu einer Preview am 26. August von 18 bis 24 Uhr. Und wird dann schließlich im Oktober 2017 eröffnet.

Zum Thema

Residenzmuseum Schloss Neuhaus: Ausstellung zu Baugeschichte, Herrschaft und Repräsentation, Schlossstraße 2, Paderborn-Schloss Neuhaus, Di-Fr 14-18 Uhr; Sa und So 10-18 Uhr.

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