Leon Löwentrauts Ausstellung „Zwanzig“ auf Burg Vischering
Wilde Bilder aus der Nacht

LÜdinghausen -

Gerade erst bei Markus Lanz in der ZDF-Talkshow, davor New York, London, Berlin, jetzt in der Burg Vischering in Lüdinghausen. Leon Löwentraut ist erst 20, aber schon gut rumgekommen in der Kunstwelt. Er malt wild und expressiv, er liebt Picasso und Matisse, und seine Bilder gehen weg wie geschnitten Brot. Der Düsseldorfer zählt zu den wohl jüngsten und gefragtesten Nachwuchskünstlern der Gegenwart.

Donnerstag, 23.08.2018, 17:58 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 17:58 Uhr
„Man muss kein bestimmtes Alter erreicht haben, um seine Träume zu verwirklichen“: Leon Löwentraut ist 20 Jahre alt und zählt zu den gefragtesten Nachwuchstalenten.
„Man muss kein bestimmtes Alter erreicht haben, um seine Träume zu verwirklichen“: Leon Löwentraut ist 20 Jahre alt und zählt zu den gefragtesten Nachwuchstalenten. Foto: vth

„Zwanzig“, so lautet auch der Titel der Ausstellung in der Burg Vischering. „Weil man kein bestimmtes Alter erreicht haben muss, um seine Träume zu verwirklichen“, sagt Löwentraut. Und weil die Ausstellung 20 neue Gemälde zeigt. Dazu fast das gesamte grafische Werk des jungen Talents.

Die Bilder von Löwentraut sind dichter geworden, tiefer, emotionaler. In seiner neuen, 2018 entstandenen Serie „Different Minds“ benutzt er viel Gold, „weil die Farbe auch glänzt, wenn sie trocken ist“. Es sind zwei oder mehr Gesichter zu sehen. Menschen hinter Fassaden, in Systemen. „Wenn jemand heute etwas behauptet und morgen nichts mehr davon weiß, dann beschäftigt mich sowas“, sagt Löwentraut.

Am liebsten drückt er nachts auf die Farbtube, bei lauter Musik, mehrere Leinwände gleichzeitig vor sich. Vielleicht hat ein Kritiker über ihn nichts Gutes geschrieben. Er erzählt davon, dass er dann erst recht loslege, nachts an der Leinwand. Die Energie positiv umwandle. Und dann werden seine Bilder erst recht wild und unbändig und bunt, energiegeladen und voller Gefühle. Erst recht gut.

Ob er keine Angst davor habe, dass der Hype eines Tages verraucht? Ob er einen Plan B habe? Immerhin ist er nach der elften Klasse von der Schule abgegangen, um ganz seinen Künstlertraum zu leben. Löwentraut widerspricht: „Das ist doch inzwischen gar kein Hype mehr“, sagt er. Pokemon sei ein Hype gewesen – als alle plötzlich durch die Straßen liefen und kleine Monster jagten und es jetzt nicht mehr tun. Er nicht mehr.

„Ich habe dafür gekämpft, meinen Traum zu verwirklichen“, sagt er. Schule sei zweitrangig gewesen. Inzwischen hängen Bilder des 20-Jährigen in Museen, interessiert sich das Ausland für ihn. Er hat seinen Galeristen mitgebracht und seinen Öffentlichkeitsreferenten. Plan B? Nein. Plan A gleich Plan B.

Zu sehen sind in Lüdinghausen auch die Grafiken der internationalen Kampagne #artforglobalgoals, für die Löwentraut mit Unterstützung der Unesco, der You-Stiftung und der Geuer & Geuer Art 17 Unikate erarbeitete. Bis 2030 unterstützt Löwentraut über deren Verkauf nachhaltige Projekte im Senegal. „Wenn man so etwas mit seiner Kunst, seinen Ideen erreichen kann, dann ist das doch wunderbar“, meint er.

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Eröffnung am Sonntag (26. August), 17 Uhr, Burg Vischering, Lüdinghausen (bis 11. November, geöffnet dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr)

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