Komponist erregt gerade in Münster wieder Interesse
Neue Zeit für Anton Urspruch

Münster -

Veronica Kircher kann nur staunen. Und sich darüber freuen, welch reges Interesse ganz aktuell an der Musik ihres Großvaters Anton Urspruch (1850-1907) besteht. Innerhalb weniger Monate erschienen nämlich gleich vier CD-Produktionen mit Klaviermusik und Liedern bei verschiedenen Verlagen, darunter einem in Großbritannien.

Montag, 05.11.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.11.2018, 21:00 Uhr
Anton Urspruchs Enkelin Veronica Kircher treibt mit ihren 89 Jahren äußerst aktiv die Erinnerungsarbeit voran.
Anton Urspruchs Enkelin Veronica Kircher treibt mit ihren 89 Jahren äußerst aktiv die Erinnerungsarbeit voran. Foto: Schulte im Walde

Vielleicht hat die Einspielung des Gesamtwerkes für Klavier solo, die von der in Kroatien geborenen und in Köln lebenden Pianistin Ana-Marija Markovina Ende 2017 vorgelegt wurde, für diesen Urspruch-Schub gesorgt. Markovinas Interpretation wurde in etlichen Fachmagazinen gelobt und inzwischen auch mit Preisen ausgezeichnet. Wenig später kam beim Label cpo aus Georgsmarienhütte eine CD auf den Markt mit Urspruchs Klavierkonzert und dessen Sinfonie – Aufnahmen mit dem Pianisten Oliver Triendl und den Dirigenten Georg Fritzsch und Marcus Bosch. Das Klavierkonzert steht auch im Zentrum einer Produktion des britischen Labels hyperion, das international vertrieben wird. Und erst vier Wochen alt ist die bei Kaleidos erschienene Aufnahme mit Liedern von Anton Urspruch, denen sich die international renommierte Sopranistin Sibylla Rubens zusammen mit Carl-Martin Buttgereit am Klavier angenommen hat.

Vor neun Jahren gründete Veronica Kircher in Münster die Urspruch-Gesellschaft, um dem bis dahin weitgehend vergessenen spätromantischen Komponisten zu neuem Leben zu verhelfen. Diese Arbeit trägt nun offensichtlich Früchte. Ganz aktuell bereiten sich Sängerinnen und Sänger des Oratorienensembles der münsterschen Musikhochschule auf eine spannende Uraufführung vor: denn Urspruchs unvollendet gebliebene Oper „Die heilige Cäcilia“ liegt seit geraumer Zeit als aufführungsreife Partitur vor, erstellt von dem Düsseldorfer Musiker Ulrich Leykam. Einige Ausschnitte aus der „Cäcilia“ werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert am Vorabend des Gedenktages der Patronin der Kirchenmusik am 21. November im Konzertsaal der Musikhochschule unter Federführung der Hochschul-Dozentinnen Katrin Arnold und Eva Chahrouri. Mit beteiligt sind Veronica Kircher, der Opernregisseur Peter P. Pachl und Urspruch-Experte Ulrich Leykam.

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