Literarisch-musikalischer Abend
Elke Heidenreich und das Sinfonieorchester feiern Venedig

Münster -

Das Publikum bedankte sich mit minutenlangen stehenden Ovationen: Schriftstellerin Elke Heidenreich und das Sinfonieorchester Münster feierten am Montagabend in der Martinikirche die Musikstadt Venedig.

Dienstag, 20.11.2018, 16:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 11:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 16:46 Uhr
Elke Heidenreich und das Sinfonieorchester Münster (rechts Dirigent Stefan Veselka) wurden am Montagabend in der münsterischen Martinikirche vom Publikum gefeiert.
Elke Heidenreich und das Sinfonieorchester Münster (rechts Dirigent Stefan Veselka) wurden am Montagabend in der münsterischen Martinikirche vom Publikum gefeiert. Foto: kal-

Elke Heidenreich war 20, als sie zum ersten Mal nach Venedig reiste. „Ich war dumm und unerfahren und auf der Suche nach billigem Wein“, erinnerte sich die Schriftstellerin am Montagabend in der ausverkaufte Martinikirche. Die große Liebe, die sie begleitete, war schon bald wieder Geschichte. Was blieb, war ihre Liebe zu Venedig – und zur klassischen Musik, die so untrennbar mit der Lagunenstadt verbunden ist.

Venedig, Stadt der Musik – so war der zweistündige Abend überschrieben, bei dem sich Literatur und Musik abwechselten. Elke Heidenreich, mittlerweile 75, las aus ihrem Venedig-Musikführer „Die Stadt der Stille“, das Sinfonieorchester Münster unter Leitung von Stefan Veselka steuerte Stücke von Johann Strauß („Eine Nacht in Venedig“), Giovanni Gabriele, Giuseppe Verdi („È strano“ aus „La Traviata“), Gustav Mahler (Adagietto aus der Sinfonie Nr. 5), Antonio Vivaldi („Der Winter) und Richard Wagner („Tristan und Isolde“) bei. Ergebnis war ein Abend, der das Publikum am Ende zu minutenlangen stehenden Ovationen hinriss – die auch den drei großartigen Solisten galten: Marielle Murphy (Sopran) und Garrie Davislim (Tenor) sowie Midori Goto (Violine).

Heidenreich (l.) mit Dirigent Veselka und Solistin Marielle Murphy (r.).

Heidenreich (l.) mit Dirigent Veselka und Solistin Marielle Murphy (r.). Foto: kal

Genauso bravourös gelang es Elke Heidenreich, den Charme dieser einzigartigen Stadt zu beschreiben, die erst in der Nacht so richtig aufblüht, wenn die Touristenströme verschwunden und nur noch das Plätschern der Wellen und die Schritte vereinzelter Flaneure zu hören sind. Es sind diese Momente, in denen Venedig wieder das ist, was es Jahrhunderte war, die schönste Stadt der Welt, deren Ausstrahlung sich kaum ein Literat und Komponist entziehen konnte.

Strauß, Mahler, Vivaldi, Liszt, Wagner, Rilke, Werfel, Mann, Twain – sie alle kamen und ließen sich von der Stadt inspirieren, feierten großartige Erfolge, erlebten hier Triumphe, manchmal auch Niederlagen. Die erstklassige Musikauswahl, ebenso erstklassig vom Sinfonieorchester präsentiert, zeichnete die Geschichte der Musikstadt Venedig beispielhaft nach und geriet mit Heidenreichs bewegenden Texten zu einem Abend, der „La Serenissima“ kaum schöner hätte feiern können.

Die Martinikirche war am Montagabend ausverkauft.

Die Martinikirche war am Montagabend ausverkauft. Foto: kal

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