Ausstellung im Lackkunstmuseum zu Ehren der scheidenden Direktorin
Eine Hommage in Farben

Münster -

24 Künstler aus acht Nationen erweisen der scheidenden Direktorin des Lackkunstmuseums in Münster ihre Referenz – mit zeitgenössischen, größtenteils aktuellen Arbeiten, die so einzigartig und bestaunenswert sind, dass der Betrachter die Idee von Kuratorin Dr. Patricia Frick gern aufnehmen würde: „Das ist unser Adventskalender. Bleibt nur die Frage, wer das letzte Türchen öffnet.“

Freitag, 23.11.2018, 18:02 Uhr
Hier dominiert nicht nur das Rot: Alle drei Arbeiten stammen von koreanischen Lackkünstlern.
Hier dominiert nicht nur das Rot: Alle drei Arbeiten stammen von koreanischen Lackkünstlern. Foto: Noppeney

Dies ist eigentlich keine Frage. Denn die Präsentation „Lacquer Friends of the World“ ist eine Hommage an Prof. Dr. Monika Kopplin und ihr Lebenswerk. Ein Präsent, das der 65-jährigen Museumsdirektorin gemacht wird, wenn am kommenden Sonntag der Festakt im Rathaus beendet ist, an dem 19 der 24 Künstler aus Japan, Korea, China, Russland, Frankreich, Spanien und Deutschland teilnehmen werden. Bis dahin wird Kopplin nicht sehen, was die Kuratorinnen, neben Frick noch Beatrice Kromp, in rund einem Jahr Vorbereitung an Schaustücken versammelt haben.

Freilich: Die Werke fast aller Mitwirkenden waren bereits Bestandteil von Sonderausstellungen im Lackkunstmuseum oder sind für die Sammlung von Monika Kopp­lin angekauft worden. Der besondere Reiz der Schau liegt aber in der Komposition der Stücke in zum teil nach Farben geordneten Räumen. Ähnlich wie der Lackfluss in Pink auf dem Fußboden vereint dieses Konzept die individuellen Arbeiten aller 24 Künstler.

Vor allem der schwarze Raum beeindruckt durch seine formale Strenge. Der Blickfang: eine perfekte, von Paneelen an den Wänden umgebene schwarze Kugel. Manfred Schmid (Köln) hat sie geschaffen. In der Technik verweist sie auf eine eindrückliche Arbeit des koreanischen Künstlers Chung Haecho im roten Raum. Beiden Werken ist das über viele Schichten mit Lack versteifte Gewebe als Trägermaterial und die Hochglanz-Polierung immanent.

In der Kombination mit Arbeiten, die tradierte Techniken aufweisen, ergibt sich so ein reizvoller Kontrast. Ein gegenständliches Bild von Cheo Youngkeun (Korea) etwa sticht im schwarzen Raum aus den übrigen Arbeiten hervor, wirkt wie ein Negativ – und besteht aus winzigen Eierschalen-Stückchen, die das Motiv aus dem Lack entwickeln.

Der Besucher trifft in der Schau auf Gegenwart und mögliche Zukunft der Lackkunst. Für diese stehen drei russische Künstler, die zurzeit für Furore sorgen. Ein Blickfang: die drei Spiralen mit Palecher-Spitze von Yuriy Petrov. Auch die japanische Künstlerin Ando Seako, die in Vietnam arbeitet, gehört zu den aufstrebenden Talenten: Ihr dreiteiliges Bild „Planets“ hat bereits einen Käufer gefunden.

Manche Arbeiten in der Ausstellung sind Monika Kopplin direkt gewidmet. Im Eingang etwa schmeicheln die mit Lack bearbeiteten Steine den Augen, die Isabelle Emmerique aus Frankreich „Passage“ nennt. Und Ouishi Nagatoshi aus Tokio hat eine organische, anmutig geschwungene Skulptur nach Münster geschickt. „Die Mai-Brise, die die Wange küsst“, heißt sie. Auch ein Symbol für den Aufbruch.

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