Manfred Mann und seine Earth Band im Jovel
Der Boss ist nicht zu überhören

Münster -

Vielleicht war es die Reminiszenz an den bevorstehenden 1. Advent, dass Mick Rogers am Samstagabend die Zugabe mit „Stille Nacht“ eröffnete. Die Musik intonierte er auf seiner elektrischen Gitarre, der Text kam vom Auditorium. Stilvoll. Danach dann ein aufgepepptes „Do Wah Diddy Diddy“ und ein irre langes „Mighty Quinn“ sowie ein freundliches „Frohe Weihnachten“ für den Heimweg.

Sonntag, 02.12.2018, 16:32 Uhr aktualisiert: 05.12.2018, 18:12 Uhr
Manfred Mann’s Earth Band hat es immer noch drauf.
Manfred Mann’s Earth Band hat es immer noch drauf. Foto: J. Peperhowe

Die Besucher im Jovel waren sich einig, einmal mehr hatte Manfred Mann’s Earth Band alle Register einer exzellenten Rockband gezogen. Das Quintett bestach durch pure Lust am Spielen, wobei sich gerade der Leadgitarrist besonders hervortat. Mick Rogers ist ein Virtuose, was bei den bekannten Hits nicht unbedingt zum Ausdruck kommt. Wenn man das Gründungsmitglied der Band aber lässt, dann ist er nicht mehr zu halten. Einfach stark, was er alles aus seinen Klampfen herausholt. Und weil er gerne seine Soloauftritte länger zelebriert, bleibt dem Rest der Band genügend Zeit zum Durchschnaufen. Über 50 Jahre ist Manfred Mann im Geschäft, sich selbst stellt der Südafrikaner aber nicht in den Vordergrund. Er kauert hinter seinen Tasteninstrumenten, den Hut tief in die Stirn gezogen, ist kaum auszumachen. Nur wenn ihm sein tragbares Keyboard umgehängt wird, dann weiß der erfahrene Fan, dass der Maes­tro nach vorne schreiten wird. Am Samstag passierte das drei Mal, ansonsten war der 78-jährige Boss der Band eher unsichtbar. Aber nie zu überhören.

Zum Glück wurde kein „Best of MME“ präsentiert, sondern reichlich improvisiert. Mal rockig, mal elek­tronisch, immer mit ordentlich Dampf. Und Robert Hart offerierte die gesamte Bandbreite eines guten Sängers. „Blinded by the Light“ war sehr stark, „Father of Day, Father of Night“ wollte gar nicht aufhören, bei „I Came for You“ hätte man sich vielleicht noch mehr Power gewünscht. Ganz groß „Don’t Kill It Carol“ und auch „Davy’s on the Road Again“.

Fazit nach knapp zwei Stunden: Die Herren Musiker können es immer noch, was jedoch nicht weiter verwundert. Viel schöner ist die Tatsache, dass sie mit Spaß bei der Arbeit sind, auch im fortgeschrittenen Alter. Bis zum nächsten Mal.

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