„Der Pantoffel Panther“ feiert Premiere im Boulevard Münster
An jeder Ecke Stoff für Verwechslungen

Münster -

Zwischen einem Pantoffel(-Helden) und einem Panther klaffen Welten. Ein Meteorologe würde vermutlich von großen Luftdruckgegensätzen sprechen. So kann sich der Besucher des Boulevard Münster lebhaft vorstellen, dass die Atmosphäre bei der Verwechslungskomödie „Der Pantoffel Panther“ aus der Feder von Lars Albaum und Dietmar Jacobs aufgeladen ist und es stürmisch zugeht.

Sonntag, 16.12.2018, 14:50 Uhr aktualisiert: 16.12.2018, 16:06 Uhr
Showdown: Mafioso Luigi (Marc Zabinski, v.l.) bringt Rüdiger (Wolfgang Linnenbrügger) mit der Kanone in höchste Not. Doch auch Röschen (Angelika Ober), Babsi (Floriane Eichhorn), Hasso (Ulrich Bärenfänger) und Milan (Stefan Naszay) befürchten das Schlimmste.
Showdown: Mafioso Luigi (Marc Zabinski, v.l.) bringt Rüdiger (Wolfgang Linnenbrügger) mit der Kanone in höchste Not. Doch auch Röschen (Angelika Ober), Babsi (Floriane Eichhorn), Hasso (Ulrich Bärenfänger) und Milan (Stefan Naszay) befürchten das Schlimmste. Foto: Pittermann

Für diese turbulente Ausgangslage hat Elke Ober ein Bühnenbild geschaffen, das die bürgerlich-barocke Fassade im Haus von Hasso (Ulrich Bärenfänger) und Röschen ( Angelika Ober) gediegen und glänzend repräsentiert. Während Röschen noch von einem unbeschwerten Rentner-Dasein mit dem bald pensionsreifen Gatten träumt, ist dieser, der einst erfolgreich italienische Pantoffeln vertickte, längst in eine Parallelwelt abgedriftet und verdingt sich als Reklame-Hühnchen an einem Grillstand („Bei Hornbach!“). Freund Rüdiger (Wolfgang Linnenbrügger) stützt zunächst die Fassade, wirbt jedoch zugleich dafür, reinen Tisch zu machen. Wenn er, der Neurotiker, im plüschigen Heim seines befreundeten Paars Kniffe in die Kissen haut und unter Stress die Luftbläschen in stets mitgeführten Verpackungsfolien zerdrückt, ist einer der Running Gags des Abends bereits ausgemacht. Die ganze Chose nimmt einen gänzlich unerwarteten Verlauf, als Mafioso Luigi (cool: Marc Zabinski) bei Hasso auftaucht, ihn für einen in der Unterwelt bekannten Profikiller hält und ihm einen millionenschweren Deal vorschlägt. Er soll „Das Mammut“, einen offenbar unliebsamen Drogen-Paten, um die Ecke bringen. Es wäre nicht Boulevard, käme nicht noch eine personelle Verdrehung hinzu. Denn Hasso, der zum Schein auf das Geschäft eingeht, um sein Finanzklemme zu lösen, hält den von Gattin Röschen engagierten Raumausstatter Milan (Stefan Naszay) für den zum Drogendeal geladenen Paten, den Freund Rüdiger mit einer alten Blumenvase zumindest vorübergehend ins Nirwana schicken soll. Zwischen textilem und berauschendem Stoff gibt es da reichlich Gelegenheit für Verwechslungs-Kalauer. Nebenbei deutet sich, auch das ist beste Boulevard-Manier, noch eine Liebschaft zwischen Raumausstatter Milan und Hassos Grill-Kollegin Babsi (Floriane Eichhorn) an.

Regisseur Roland Heitz bringt das alles mit Tempo und einer finalen Blitz-Wende, die nicht verraten wird, auf die Bühne und garniert das Ganze noch mit den üblichen Lokalbezügen, die von Bielefeld bis in die Baumberge reichen. Dies evoziert die zu erwartenden Lacher. Das engagiert aufspielende Ensemble, aus dem Ulrich Bärenfänger als vergleichsweise ruhender Pol heraussticht, bringt am Premierenabend ganz viel Drive mit, darf aber angesichts der Verdrehungsdichte und des Pointenreichtums durchaus noch etwas Dampf herausnehmen. Dann wirkt das Stück besser! Herzlicher Applaus für einen vergnüglichen Abend. 

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