Eine Ausstellung über die Roman-, Film- und Kultfigur bietet spannende Ansichten
James Bond kam aus Wattenscheid

Bochum -

Seit mehr als einem halben Jahrhundert rettet James Bond die Welt – seit 1953 als Romanfigur, seit 1962 als Actionheld. Als Jugendlicher, so wollte es der Schriftsteller und 007-Erfinder Ian Fleming, besuchte der spätere Agent ein Internat in Edinburgh, als Erwachsener begab und begibt er sich meist von London aus auf geheime Mission. Geboren wurde Bond aber nicht in England, auch nicht in Schottland, sondern – in Wattenscheid.

Dienstag, 26.02.2019, 16:37 Uhr
Auch dieser schmucke Lotus diente einst James Bond als schnelles Gefährt. Zweifellos ein echter Hingucker auf der Bochumer Bond-Ausstellung, die spannende Exponate und Erkenntnisse zu bieten hat.
Auch dieser schmucke Lotus diente einst James Bond als schnelles Gefährt. Zweifellos ein echter Hingucker auf der Bochumer Bond-Ausstellung, die spannende Exponate und Erkenntnisse zu bieten hat. Foto: Besse

Das ist kein Witz, sondern Teil der Bond-Vita, quasi offiziell bestätigt – soweit das bei einer fiktiven Person überhaupt möglich ist. John Pearson, der wie auch Fleming zunächst als Journalist für die „Sunday Times“ schrieb, verfasste 1973, neun Jahre nach dem Tod des Bond-Schöpfers selbst, eine von den Fleming-Erben autorisierte Biografie des Geheimagenten. Und dort steht es schwarz auf weiß, auf Seite 27: Der spätere Weltenretter erblickte im November 1920 die Welt, eben in Wattenscheid. Grund: Die Eltern, die „leiblichen“ diesmal, wohnten damals dort, weil James-Vater Andrew Bond, kurz nach dem Ersten Weltkrieg , im Auftrag der britischen Regierung den Krupp-Konzern zerschlagen sollte.

„In geheimer Mission – Der Spion, der aus Wattenscheid kam“ ist folgerichtig der Titel einer Bond-Ausstellung, die zurzeit im Ruhrgebiet zu sehen ist – in Bochum, nicht in Wattenscheid. Und warum das? „Zuerst wollten wir sie natürlich in Wattenscheid machen, haben dort aber keine passenden Räumlichkeiten gefunden“, sagt Stefan Lorek, Projektleiter des Bochumer Stadtmarketing, der die Schau organisiert hat. Entweder sei die Fläche zu klein, nicht verfügbar oder aber – ganz profan – die Zugänge seien zu schmal gewesen. Immerhin mussten ja irgendwie der Sunbeam Alpine S II aus „Dr. No“, der „Lotus Esprit“ aus „Der Spion, der mich liebte“ oder „Little Nellie“, der Ein-Mann-Hubschrauber aus „Man lebt nur zweimal“, unterkommen. „Die Welt ist nicht genug“, und Platz manchmal auch nicht.

Dann wurden die Bochumer vor der Haustür fündig. In der eigenen City schloss ein Bekleidungsgeschäft seine Pforten, und dessen Räumlichkeiten boten alles, was die Ausstellungsmacher brauchten: Platz für die rund 1000 Exponate. Auf rund 500 Quadratmeter sind an der Kortumstraße 49 nun nicht nur Autos aus den 007-Filmen, sondern auch Originalgarderobe der Schauspieler, von ihnen signierte Filmklappen, Plakate und Produktionsfotos bis hin zu klassischen Merchandising-Produkten wie Spielkarten, Automodelle oder Krawatten zu sehen. Und warum haben die Ausstellung von vornherein die Macher von Bochum Marketing organisiert und nicht die Kollegen aus der verbürgten Bond-Wiege Wattenscheid? „Unser Geschäftsführer ist James-Bond-Fan“, erklärt Lerok. Er habe die Idee zur Ausstellung gehabt und sei in Kontakt mit Siegfried Tesche gekommen, der schon einige solcher Veranstaltungen organisiert habe. Tesche ist der 007-Kenner schlechthin und hat auch schon einige Bücher über Bond veröffentlicht. Bereits als Zwölfjährige habe er damit begonnen, alles über Bond zu sammeln, so Lerok. Fast alle Exponate, die in Bochum zu sehen sind, stammen aus Tesches Besitz.

Und einige davon sind echte Raritäten: Der Lotus Esprit etwa ist eines von den sieben (!) Originalfahrzeugen, die beim Dreh mit Roger Moore und „Bondine“ Barbara Bach eingesetzt wurden. Und von dem Düsenrucksack gebe es weltweit sogar nur drei Exemplare, sagt Lerok stolz. Einer sei 1984 zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Los Angeles zum Einsatz gekommen, ein anderer schon 20 Jahre früher – beim Dreh von „Feuerball“ flog Sean Connery beziehungsweise sein Stuntman damit durch die Lüfte. Und dann ist da noch der Goldbarren, der wie jeder echte Goldbarren geschützt ist, hier hinter Vitrinenglas. Dabei ist er gar nicht echt - oder eben doch: Er ist zwar nur aus Gips, aber einer der Orginalbarren, auf die „Goldfinger“ Gert Fröbe einst seinen fiesen Blick gerichtet hatte.

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Geöffnet ist die James-Bond-Ausstellung in einer leer stehenden Geschäftshalle in der Kortumstraße 49 der Bochumer City noch bis zum 31. März – montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

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