Ausgewählte Exponate der Domkammer gehen auf Reisen
Münsters Schätze glänzen jetzt in Utrecht

Utrecht/münster -

Das Bistum Münster macht aus der Not eine Tugend. Die Domkammer ist marode und leergeräumt. Nun gehen die Domschätze auf Museumstour. Start war jetzt in Utrecht. Eine glänzende Vorstellung.

Mittwoch, 13.03.2019, 16:00 Uhr
Ausstellungseröffnung im Museum Catharijneconvent (v.l.): Dompropst Kurt Schulte, Annabel Dijkema (Kuratorin im Catharijneconvent), Direktorin Marieke van Schijndel, Dr. Udo Grote.
Ausstellungseröffnung im Museum Catharijneconvent (v.l.): Dompropst Kurt Schulte, Annabel Dijkema (Kuratorin im Catharijneconvent), Direktorin Marieke van Schijndel, Dr. Udo Grote. Foto: Silke Haunfelder

Die Schließung der münsterschen Domkammer aufgrund baulicher Mängel im Juli 2017 hat im Bistum Münster zu grundsätzlichen Überlegungen geführt. Noch im Laufe dieses Jahres soll in Federführung von Diözesanbaudirektorin Anette Bracht­häuser (54) eine Machbarkeitsstudie entstehen, um Möglichkeiten eines neuen Museums oder sogar Domforums in direkter Nachbarschaft der Bischofskirche am Horsteberg in Münster zu erkunden. Hildesheim oder auch Osnabrück könnten als Vorbild dienen, Millionen müssten investiert werden.

Es liegt auf der Hand, dass die Schätze der Domkammer nun nicht im Depot bleiben sollen. Also sahen sich Domkapitel und der Direktor der Domkammer und Diözesankonservator Dr. Udo Grote (60) veranlasst, Teile der wertvollen Sammlung auf Reisen zu schicken und in verschiedenen Städten zu präsentieren. Erste Station ist jetzt das niederländische Utrecht, wo die münsterschen Kostbarkeiten im dortigen Museum Catharijneconvent der Öffentlichkeit nahegebracht werden. Münsters Domschatz hat einiges zu bieten, darunter Exponate, die ihresgleichen suchen. Neben dem Pauluskopf, dem weltweit ältesten erhaltenen Kopfreliquiar, sowie dem Kokosnussreliquiar aus dem 13. Jahrhundert werden weitere Herzstücke der facettenreichen Sammlung präsentiert. Dazu zählen Goldschmiedearbeiten und reich bestickte Textilien. Der Pauluskopf wird nun übrigens zum ersten Mal in der Geschichte außerhalb Münsters ausgestellt. In Utrecht werden auch erstmals dortige archivalische Überlieferungen zusammen mit den münsterschen Schätzen gezeigt. „Gemeinsam gelingt es“, so der Direktor der Domkammer, Dr. Udo Grote, ,,ein ganz neues, spannendes Bild des mittelalterlichen Schatzwesens zu zeichnen.“ Grote zeigte sich erfreut darüber, dass die Reise des „münsterschen Domschatzes“ in Utrecht beginnt. Dompropst Kurt Schulte betonte, dass die Exponate die Geschichte des christlichen Glaubens im Bistum Münster durch die Epochen hindurch erfahrbar machten. Im Domschatz vereinten sich hohe Kunst, tiefe Gläubigkeit sowie die Geschichte des Bistums. Die wertvollen Kunstwerke der Domkammer seien in ihrer Vielfalt und Vollständigkeit ein Konvolut von herausragender Bedeutung.

Rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung wurde auch der soeben erschienene opulente Katalog „Der Schatz von Münster / The Treasure of Münster“ (dt./engl.) vorgestellt. Er wurde herausgegeben im Auftrag des Kapitels der Kathedralkirche St.-Paulus zu Münster von Udo Grote und jetzt bei der Eröffnungsfeier präsentiert. Er ist im Aschendorff Verlag erschienen und kostet 29,90 Euro. Die Gäste zeigten sich angetan – eine gelungene Komposition theologischer, künstlerischer und historischer Sichtweisen, fotografisch professionell in Szene gesetzt.

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Die Ausstellung ist bis zum 10. Juni 2019 geöffnet im Museum Catharijneconvent, Lange Nieuwstraat 38, in Utrecht.

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