31. Jazzfest Gronau
Mehr als die Summe der Einzelteile

Gronau -

Mit John McLaughlin (77), David Sanborn (73) und Giora Feidman (83) standen langgediente Konzertveteranen auf der Bühne beim 31. Jazzfest Gronau. McLaugh­lins Combo „4th Dimension“ – Etienne Mbappé am Bass, Gary Husband (Keyboards und Schlagzeug) und Ranjit Barot (Schlagzeug) – ließ die Zeit des legendären, von indischer Spiritualität geprägten Mahavishnu Orchestras aufleben. Pure Energie, durch die sich eine transzendente Ebene manifestiert.

Donnerstag, 02.05.2019, 15:35 Uhr
Joshua Redman (Saxofon), Reuben Rogers (Kontrabass) und Gregory Hutchinson (Schlagzeug) gestalteten ein formidables Konzert.
Joshua Redman (Saxofon), Reuben Rogers (Kontrabass) und Gregory Hutchinson (Schlagzeug) gestalteten ein formidables Konzert. Foto: Hartmut Springer

David Sanborns Tonbildung hat einen hohen Wiedererkennungswert. Lange galt sein Spiel für Jazz-Puristen als zu geschmeidig. Mit seiner Acoustic Band Michael Dease (Posaune), Billy Kilson (Schlagzeug), Geoffrey Keezer (Piano/Keyboards) und Dieter Ilg (Bass) wendet sich der Altsaxofonist wieder mehr dem Kern des Jazz zu. Ein grandioses Solo lieferte Ilg, dessen Finger bei „Spanish Join“ über den Steg des Kontrabasses schubberten, wobei Ilg trotz aller Improvisationsfreiheit den Charakter des Stückes nie aus dem Augen verlor.

Das Jazzfest konzentriert sich nicht auf Jazz. Klezmer-Fachkraft Giora Feidman und die Gitanes Blondes fühlten sich auf dem Festival genauso wohl. Klezmer und Jazz haben durch in westeuropäischen Ohren exotisch klingende Modi und den Umgang mit Rhythmus durchaus Gemeinsamkeiten.

Joshua Redman (Saxofon), Reuben Rogers (Kon­trabass) und Gregory Hutchinson (Schlagzeug) gehören einer jüngeren Generation von Musikern an. Redmans Gabe, die Töne zu modulieren, schien grenzenlos. Sonore Fülle transformierte er in ätherische Entrücktheit, dann schuf er mystische Klänge durch Überblasen, dann wieder verströmte das Sax einen lyrischen Ton.

Gregory Hutchinson stand ihm am Schlagzeug in nichts nach. Er war ein permanenter, aber filigraner Begleiter, setzte Akzente (und Pausen), wo sie keiner erwartete. Reuben Rogers zeigte, wie man sich mit tiefen Tönen auf Höhenflüge begibt. Das Ganze war zudem mehr als die Summer der Einzelteile: Die Interaktion der Musiker hatte eine Qualität für sich.

Biréli Lagrènes Quartett zeichnete sich durch stilistische Vielfalt aus, wobei der fette Sound der Hammondorgel von Jean-Yves Jung für eine Extra-Note sorgte.

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