Stargeiger gastiert in Dortmund
Der doppelte Garrett wirkt etwas blutleer

Dortmund -

Eine Geige ist eigentlich ein sehr intimes Instrument. Allerdings nicht, wenn David Garrett auf ihr spielt. Denn dann darf’s gerne auch mal richtig laut sein – wie am Freitagabend in der mit 5000 Zuschauern nur spärlich besetzten Dortmunder Westfalenhalle.

Sonntag, 12.05.2019, 16:21 Uhr
David Garrett in der Westfalenhalle in Dortmund
David Garrett in der Westfalenhalle in Dortmund Foto: Markus Möhl

Genau zehn Jahre ist es her, dass der gebürtige Aachener den reinen Klassiksektor verlassen und auf Crossover-Konzerte gesetzt hat. Auch mit der Jubiläumstour „Unlimited“ will der Echo-Gewinner in dieser Erfolgsspur bleiben und präsentiert deshalb neue Arrangements von der aktuellen, gleichnamigen CD ebenso wie Stücke aus den bisherigen Alben. Da folgt dem ruhigen Bach-„Air“ gerne mal das kraftvolle „In the Air Tonight“ von Phil Collins und das zarte „Clair de lune“ von Claude Debussy trifft auf den starken „November Rain“ der Kultband Guns’n’Roses. Mal mit dem Holzinstrument und dann wieder mit der E-Geige gespielt, die hoch versicherten Finger über die Saiten fliegend, präsentiert der Stargeiger eine abwechslungsreiche Mischung von Klassik- Pop- und Rockhits. Begleitet wird er wieder von der Neuen Philharmonie Frankfurt und einer fünfköpfigen Band unter der Leitung des musikalischen Direktors Franck van der Weijden.

Aber obwohl der Titelmix stimmt, kommt der musikalische Gesamteindruck stellenweise eher blutleer rüber. Denn über die großen Leinwände laufen aufwendig vorproduzierte Clips mit dem Musiker, die millisekundengenau mit dem Bühnengeschehen abgestimmt sind. Technisch ist das höchst anspruchsvoll und der doppelte Garrett sieht auch gut aus, aber die magischen Livemomente, die man sich als Konzertbesucher wünscht, bleiben aus. Da kann man sich die Garrett-Versionen von Jacksons „Smooth Criminal“ oder Chatchaturjans „Säbeltanz“ doch eigentlich gleich auf der Stereoanlage im heimischen Wohnzimmer anhören.

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