Daniel Hope begeistert im Bagno
Vivaldi von nah und fern

Steinfurt -

Das war – mit Verlaub – schon unverschämt gut, was Ausnahmegeiger Daniel Hope und das Orchester „l’arte del mondo“ unter Werner Ehrhardt da am Samstagabend in der Steinfurter Konzertgalerie ablieferten. Und dabei stand vor allem der oft wegen seiner Massenproduktion gescholtene Antonio Vivaldi mit sechs Violinkonzerten und einem Doppelkonzert für zwei Violinen (a-Moll RV 522, hier mit der bestens aufgelegten Andrea Keller) auf dem Programm.

Sonntag, 19.05.2019, 17:12 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 08:49 Uhr
Daniel Hope konzentrierte sich bei seinem Auftritt in Steinfurt ganz auf Antonio Vivaldi.
Daniel Hope konzentrierte sich bei seinem Auftritt in Steinfurt ganz auf Antonio Vivaldi. Foto: Martin Fahlbusch

Spielfreude, Variationslust und Instrumenten-Beherrschung bestimmten die Werkauswahl. Um in Schwung zu kommen, hatte sich die Musikerschar um Werner Ehrhardt für die ungemein frisch gespielte Sinfonia in A-Dur von Giuseppe Sammartini entschieden. Schon in den ersten Takten des Violinkonzerts e-Moll RV 278 von Antonio Vivaldi weckte Daniel Hope mit warmer Tongebung und überraschenden Bogentechnik-Akzenten Hellhörigkeit bei den Zuhörern in der restlos ausverkauften Bagno-Konzertgalerie. Im Allegro molto stupste er regelrecht die Töne an, um ein dynamisch facettenreiches Spiel zu akzentuieren. Um ihn herum hellwache Mitspieler, die seine Impulse aufnahmen und ein federndes „musikalisches Gespräch“ ermöglichten.

Daniel Hope spielte auch im anschließenden Violinkonzert D-Dur RV 222 konzentriert, aber nicht überanstrengt, beherrschte ungemein viele dynamische Abstufungen, nutzte all die in der Barockmusik möglichen Variationen, ohne zu überdrehen. Er legte in sein Geigenspiel eine überraschende Differenzierung von Nähe und Ferne. So ließ es sich erklären, wie nach der Pause die so oft bemühten „Vier Jahreszeiten“ zu einem neuen, fulminanten Hörerlebnis wurden.

Erst nach drei Zugaben wollte sich das begeisterte Bagno-Publikum wieder beruhigen.

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