Spannungsvolles Sinfoniekonzert
Mit ungewohnten Flötentönen

Münster -

Das hat es in den Sinfoniekonzerten der letzten hundert Jahre gewiss noch nie gegeben: eine mannshohe Kontrabassflöte und noch zwei spezielle Angehörige der Flötenfamilie auf der Bühne. Und es war noch nie Musik des in Tadschikistan geborenen, in Israel lebenden Komponisten Benjamin Yusupov zu hören. Mit Matthias Ziegler hat sich das jetzt geändert. Er war der Solist in Yusupovs Konzert für Flöten und Streicher.

Mittwoch, 22.05.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 16:04 Uhr
Unter Flöten: Solist Matthias Ziegler
Unter Flöten: Solist Matthias Ziegler Foto: Ziegler

Yusupovs Sprache schöpft aus seiner heimatlichen Tradition, die er mit jener Westeuropas verbindet. Dabei heraus kommen erst stille, flächige Klänge der Streicher, angereichert von Motiven der Flöten. Turbulenter der zweite Teil: rhythmisch prägnant, geräuschhaft, rastlos. Ziegler produzierte einen Sound, den man von Flöten nie erwartet hätte – Vierteltonschritte oder orientalisch anmutende Klangfarben, die er der selbst entwickelten „Matusi Flute“ entlockte. Eine spannende Reise in unerhörte Welten. Auf das Publikum machte das großen Eindruck. Für die Zugabe nutze Ziegler wieder den Flötenriesen.

Vor und nach Yusupov ging es klassisch zu. Dirigent Golo Berg stellte An­dreas Rombergs Ouvertüre zu „Die Ruinen von Paluzzi“ vor, das kurze, knackige und mit „Drive“ hingelegte Appetithäppchen des zeitweise in der münsterschen Hofkapelle wirkenden Romberg. Ganz aus dem Geiste Mozarts – der dann auch im Original kam, mit der „Prager Sinfonie“. Ein Meisterwerk, mit dem das Sinfonieorchester wahrlich brillieren konnte.

Was ist hier notwendig? Größte Transparenz und ein runder, geschlossener Gesamtklang. Ein Spagat also. Zwei Gründe, weshalb der so ausgezeichnet funktionierte: Das Orchester war weit nach vorn gerückt, und die zweiten Geigen erklangen von der rechten Seite. Wenn nicht alles täuschte, wurde der Klang dadurch lebendiger und räumlicher, etwa im Wechselspiel von Motiven der Geigengruppen im einleitenden Adagio. Diese Orchester-Aufstellung darf gern wiederholt werden!

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Eine weitere Aufführung ist am Sonntag um 18 Uhr.

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