142. Generalversammlung des Unitasverbandes in Münster
„Nicht belehren, sondern dienen“

Münster -

Christlich verwurzelt, politisch engagiert, europäisch und weltoffen: So präsentierten sich die rund 500 Teilnehmer des katholischen Studentenverbandes Unitas in Münster. Farbenfroh, gut gestimmt und politisch ging es beim zentralen Festkommers zu. Zum Abschluss feierten die Unitarier mit ihrem Bundesbruder Weihbischof Wilfried Theising im Dom ein Pontifikalamt. Ein Rückblick auf die 142. Generalversammlung.

Sonntag, 02.06.2019, 14:02 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 17:12 Uhr
Ein farbenprächtiges Bild boten die Chargierten der 38 Unitas-Studentenvereine aus ganz Deutschland. Den Vortrag beim Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland hielt Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
Ein farbenprächtiges Bild boten die Chargierten der 38 Unitas-Studentenvereine aus ganz Deutschland. Den Vortrag beim Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland hielt Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Foto: Ingo Gabriel

Blau, Weiß und Gold: Das sind die Farben der Unitas, des ältesten katholischen Studentenverbandes in Deutschland, und diese Farben dominierten in den vergangenen drei Tagen in einem Dreieck zwischen Paulus-Dom, Franz-Hitze-Haus und Kongresssaal der Halle Münsterland. Fast 500 aktive Studierende sowie Alte Herren und Hohe Damen waren zur 142. Generalversammlung nach Münster gekommen, brachten Frohsinn und christliche Aufbruchsstimmung in die so oft im studentischen Lied besungene „Liebe Stadt im Lindenkranze“, in der die Unitas eine lange Tradition hat. Höhepunkt: der Festkommers am Samstagabend mit dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Prof. Dr. Thomas Sternberg . Dieser ermunterte die Unitarier in seiner Festrede dazu, als „feste Verbindung“ engagierter Christen an der Gestaltung Europas und am kirchlichen Leben aktiv mitzuwirken. „Es wird großer Anstrengungen bedürfen, das Vertrauen neu aufzubauen“, sagte der ZdK-Präsident mit Blick auf die vielen Fälle sexueller Gewalt, die zu einer schweren Krise der Kirche weltweit geführt haben.

38 farbenprächtige Korporationen

Es bot sich dem Auge des Betrachters ein prächtiges Bild, das die 38 Korporationen in den Kongresssaal zauberten. Zu den Klängen der eigenen Unitas-Kommers-Band zogen die Chargierten der Studentinnen- und Studentenvereine von München bis Hamburg und von Bonn bis Erfurt auf das Podium. Die Leitung des Abends nach traditionellem studentischen Comment oblag der gastgebenden Unitas Rolandia, die in diesem Jahr ihr 100. Bestehen feiert. Die Schwesterverbindung, die Winfridia in Münster, geht auf das Jahr 1902 zurück. Souverän führte der Rolanden-Senior Benedict Gläser durch den Abend.

Blick auf Europa und seine Werte

Ehrengast und Festredner Thomas Sternberg nutzte die Gelegenheit vor der akademischen Corona, die Situation von Glaube, Grundwerten und Kirche in Europa prägnant zu analysieren und trotz vieler religiöser Konflikt- und Erosionsprozesse eine klare Richtung in unübersichtlicher Zeit vorzugeben. Dabei bezog er sich immer wieder auf zentrale Aussagen von Papst Franziskus. „Integration, Dialog und Kreativität“, dieser Dreiklang für Europa sei auch heute die zentrale Aufgabe. Sternberg beklagte Tendenzen der Abschottung gegenüber Flüchtlingen und Muslimen und den wieder gefährlich aufkommenden Antisemitismus. Zentrale christliche Aufgabe sei es, den Dialog zu suchen. Es gehe gerade für Christen darum, nicht auftrumpfend, „sondern anbietend und dienend“ den Menschen gegenüber aufzutreten. Evangelisierung in einer pluralen Welt funktioniere nicht zuerst mit Belehrung, sondern durch Liebe und gelebte Caritas. Gerade auch heute gebe es in der Kirche so viele beeindruckende Beispiele des Einsatzes im Dienste am Nächsten, hob Sternberg hervor.

Mut zum interreligiösen Gespräch

Schon am Samstagmorgen hatten Prof. Dr. Mouhanad Khorchide (Leiter des Zentrums für Islamische Theologie) und Prof. Dr. Clauß Peter Sajak (Professor für Religionspädagogik, Universität Münster) in einer Podiumsdiskussion dafür geworben, das interreligiöse Gespräch zu suchen. Dazu sei ein eigenes klares Selbstverständnis ebenso erforderlich wie offenes Interesse und der Wille zur Begegnung mit dem Gegenüber.

142. Generalversammlung des Unitas-Verbands in Münster

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  • Festkommers des Unitas-Verbands im Kongresssaal der Halle Münsterland

    Foto: Ingo Gabriel/Johannes Loy
  • ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg hielt den Festvortrag

    Foto: Ingo Gabriel
  • Festkommers im Kongressaal der Halle Münsterland

     

    Foto: Ingo Gabriel
  • Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland

     

    Foto: Johannes Loy
  • Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland

    Foto: Johannes Loy
  • Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland

     

    Foto: Johannes Loy
  • Festkommers im Kongresssaal der Halle Münsterland Foto: Johannes Loy
  • Plenarsitzung der Unitas im Franz-Hitze-Haus

    Foto: Ingo Gabriel
  • Abschluss der Generalversammlung in Münster mit einem Pontifikalamt im Dom mit Weihbischof Wilfried Theising, Offizial in Vechta

    Foto: Ingo Gabriel

Am gestrigen Sonntag setzten die Unitarier aus ganz Deutschland, angeführt von Chargen-Abordnungen mit ihren blau-weiß-goldenen Fahnen, den spirituellen Schlussakkord im Paulus-Dom. Dort feierte Weihbischof Wilfried Theising mit den Unitariern ein festliches Pontifikalamt. Auch Theising zählt zur Unitas. Wie schon der Theologe, Politiker und Sozialehtiker Franz Hitze (1851-1921), der frühere münstersche Bischof Heinrich Tenhumberg (1915-1979) und der jetzige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Münster war schon immer ein gutes Pflaster für die „Unitas“.

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