Viel Jubel beim Finale des NRW-Theatertreffens in Münster
„Schuld und Sühne“ ausgezeichnet

Münster -

Beim NRW-Theatertreffen in Münster gab es zum Abschluss noch eine Überraschung: Die Jury vergab einen zusätzlichen Förderpreis an eine junge Schauspielerin.

Sonntag, 09.06.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 09.06.2019, 16:31 Uhr
Ensemblemitglieder des Schauspiels Dortmund, des Schlosstheaters Moers, der Burghofbühne Dinslaken und des Theaters Oberhausen nahmen die Preise entgegen.
Ensemblemitglieder des Schauspiels Dortmund, des Schlosstheaters Moers, der Burghofbühne Dinslaken und des Theaters Oberhausen nahmen die Preise entgegen. Foto: OLIVER BERG

Das Theater Oberhausen hat mit seiner Produktion „Schuld und Sühne“ nach Fjodor Dostojewski den Preis für die beste Inszenierung beim NRW-Theatertreffen in Münster erhalten. Die Jury lobte am Samstagabend im Kleinen Haus den besonderen Charakter der „theatralen Filminstallation“ von Regisseur Bert Zander , der die Zuschauer in einem Geviert von Projektionswänden Einblick in die Gedankenwelt des von Christian Bayer verkörperten Mörders Raskolnikow nehmen lässt.

Der Preis für die beste Ensembleleistung ging an das Schlosstheater Moers für Ulrich Grebs Inszenierung des Horváth-Stücks „Zur schönen Aussicht“, in der die Schauspieler über ihre Einzelleistungen hinaus zu einer besonders dichten und überzeugenden Form des Zusammenspiels fanden. Als bester Einzeldarsteller wurde Andreas Beck vom Schauspiel Dortmund für die Titelrolle in Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ ausgezeichnet. Becks Spiel prägte nach Ansicht der Jury eine Inszenierung von Kay Voges, die dem Kunst-Despoten des Theatermachers den immer stärkeren Widerstand seiner Mitmenschen entgegenstellt. Auch die Jugendjury des NRW-Theatertreffens zeigte sich begeistert von dieser aktuellen Sichtweise der Dortmunder Produktion und verlieh dem „Theatermacher“ ihren Preis.

Einen zusätzlichen Förderpreis erkannte die Jury des Theatertreffens der jungen Schauspielerin Julia Sylvester von der Burghofbühne Dinslaken zu. Sie spielte in der Bühnenfassung des Romans „Extrem laut und unglaublich nah“ von Jonathan Safran Foer den New Yorker Jungen Oskar, der nach den Anschlägen des 11. September den Spuren seines ums Leben gekommenen Vaters nachspürt. Die Inszenierung von Mirko Schombert erhielt darüber hinaus auch den Publikumspreis des Festivals, bei dem rund 4000 Besucher zehn Tage lang den Wettbewerb und das umfangreiche Begleitprogramm miterlebt hatten.

Alle Preisträger in der Übersicht

Preis für die beste Inszenierung:

»Schuld und Sühne«,

Theater Oberhausen; Regie: Bert Zander

 

Darsteller*innenpreis:

Andreas Beck als »Bruscon«  in »Der Theatermacher«,

Schauspiel Dortmund

 

Ensemblepreis:

»Zur schönen Aussicht«,

Schlosstheater Moers

 

Zusätzlicher Preis: Förderpreis Schauspiel:

Julia Sylvester als Oskar in »Extrem laut und unglaublich nah«,

Burghofbühne Dinslaken

 

Preis der Jugendjury:

»Der Theatermacher«,

Schauspiel Dortmund

 

Publikumspreis:

»Extrem laut und unglaublich nah«,

Burghofbühne Dinslaken

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Kommentar: Starkes Plädoyer

Münsters Schauspieldirektor Frank Behnke und Intendant Dr. Ulrich Peters, der den Publikumspreis verlieh, waren begeistert: vom Spektrum des Theaterschaffens in Nordrhein-Westfalen, das an zehn Wettbewerbstagen zu bestaunen war. Und von der Reaktion des Publikums, das dieses Angebot nicht nur mit zum Teil ausverkauften Vorstellungen annahm, sondern engagiert und kundig die Möglichkeit nutzte, über die Vorstellungen zu diskutieren. Das NRW-Theatertreffen, nach vielen Jahren mit beachtlichem Aufwand wieder in Münster organisiert, war ein imponierendes Plädoyer für eine Kunstform, die aktuellen Diskurs und sinnliches Erleben gleichermaßen bietet – wovon auch in besonderem Maß die ausgezeichneten Produktionen künden. Harald Suerland

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