Klavier-Duo und Klavier-Trio im Bagno
Gedränge an den Piano-Tasten

Steinfurt -

Beim Blick auf das Programm für das Konzert am Samstagabend in der Steinfurter Bagno-Konzertgalerie hätte man einen Vergleich mit der vorherrschenden Wetterlage ziehen können. Das Klavierduo der beiden Schwestern Anna und Ines Walachowski und das Klaviertrio Würzburg mit Katharina Cording, Violine, ihrer Schwester Karla-Maria am Klavier und dem Cellisten Peer-Christoph Pulc wagten sich an überraschende, aber auch verwirrende Arrangements und Einrichtungen von Sinfonien (von Franz Schubert und Felix Mendelssohn-Bartholdy), Orchestertänzen (von Antonin Dvořák und Johannes Brahms) und gar an die Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ in einer Bearbeitung für Klavier zu sechs Händen von Carl Czerny. Und die klang doch sehr stark nach den Klavierschulen, für die der höchst bemerkenswerte österreichische Pianist eben auch berühmt-berüchtigt ist.

Sonntag, 16.06.2019, 16:18 Uhr
Katharina Cording (Violine), Anna Walachowski, Ines Walachowski, Karla-Maria Cording (Klavier) und Peer-Christoph Pulc, Violoncello.
Katharina Cording (Violine), Anna Walachowski, Ines Walachowski, Karla-Maria Cording (Klavier) und Peer-Christoph Pulc, Violoncello. Foto: Fahlbusch

Mit Schuberts vielschichtiger Sinfonie h-Moll („Die Unvollendete“) begannen die beiden Walachowski-Schwestern mit der Geigerin und dem Cellisten. Sie konnten trotz ihrer bemerkenswerten musikalischen Fertigkeiten nicht verhehlen, dass Schubert hier keine Kammermusik geschrieben hat. Ähnliches galt für die angesprochenen slawischen und ungarischen Tänze. Alles in allem also Musik für einen lauen Sommerabend, der aber nicht nur in klimatischer Hinsicht alles das einlöste, besser gesagt einlösen konnte, was er vermeintlich versprach. Beispielsweise gibt es bei 88 Pianotasten für sechs Hände ein nicht wegzudiskutierendes Platzproblem, das eine abgestufte Tongestaltung und überlegte Dynamik kaum mehr hörbar werden ließ. In dieser Kon­stellation stellte sich auch für die beiden Streicher eine nicht immer angenehme Herausforderung.

Große Teile des Publikums im Bagno wussten sich allerdings gut angesprochen. Nur sollte man anführen, dass bei derartigen Werksfassungen die stupenden künstlerischen Möglichkeiten dieser fünf Musiker nicht den Raum bekamen, den sie verdient hatten. Mehr als freundlicher Applaus, zwei gefällige Zugaben und die Hoffnung, diese Musiker in ihren angestammten Ensembles mit einem ebensolchen Repertoire demnächst im Bagno erneut erleben zu können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6696158?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F3825912%2F
Burgen als Standortfaktor
Burg Vischering in Lüdinghausen ist eine Augenweide – und gehört zur 100-Schlösser-Route, die jetzt aufgewertet werden soll.
Nachrichten-Ticker