Punch Agathe nebst skurrilem Gefolge am Aasee
Keine Angst vor aufgeblasenen Typen

Münster -

Münsters Radfahrer sind einiges gewöhnt. Die Begegnung mit einem Nilpferd auf dem Radweg gehört nicht dazu. Und so weichen einige am Samstagnachmittag an der Himmelreichallee kreischend auf die Fahrbahn aus, als das Schwergewicht auf der Brücke über der Aa plötzlich die Richtung ändert und zu den Aasee-Treppen stapft.

Sonntag, 23.06.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 18:26 Uhr
Auch ein Riesenkasper wie Punch Agathe muss sich mal ausruhen.
Auch ein Riesenkasper wie Punch Agathe muss sich mal ausruhen. Foto: Wilfried Gerharz

Das luftgeblähte Wesen, im Programmzettel ausgewiesen als „Fuck-Border-Hippo“, stößt beeindruckende Brüll- Laute aus. Es gehört zu den Fabelwesen, die bei „Punch Agathes Münster Monster Mash“ den Seitenweg an der Aa säumen.

Friedrich Gräsels „Abluftplastik“ bei der LBS hält zu Beginn ein kopfloses Wesen gefangen, das nur mühsam dem metallenen Gestänge entkommen kann. Hilfe leistet ein überdimensionaler Kleiderbügel. Der Versuch, ihn in einen Baum zu hängen, scheitert beim ersten Durchgang. Doch Zeit, sich mit den Auswirkungen dessen zu beschäftigen, hat das flanierende Fußvolk nicht. Schon treibt Punch Agathes kleinerer Wiedergänger, der die Flaneure Ratenfänger-gleich zu Trompetenklängen aus der Innenstadt zum Spielort bei der LBS geführt hat, die Gruppe zum Weitermarschieren an.

Er schlägt den Weg Richtung Aasee ein. Ein Wesen namens Mineral lauert auf der kleinen Brücke, scheint aber freundlicher Natur zu sein. Bei der rosafarbenen Giant Mole Rat und der Future Giant Mole Rat darf der Flurstücke-Flaneur dies zwar auch unterstellen. Die beide Wesen jedoch, die in Trippelschritten laufen, verfügen über tentakelartige Ausstülpungen am Kopf, mit denen sie manchem Kunstfreund unterwegs gern mal recht nahe kommen. Selbst jene, die behaupten, vor den Wesen doch keine Angst zu haben, weichen sicherheitshalber aus, wenn ihnen die Monster beim „Water Organ Walk“ auf die Pelle rücken. Andere bleiben stehen, lassen sich betrachten und grinsen ob dieser amüsanten Interaktion.

Dann bitten zwei Wasserwesen vor der Unterführung um Gehör. Vier mal werden die zwei von insgesamt 22 Akteuren des von Stefanie Oberhoff ersonnenen Projektes, das globale Wurzeln hat, in die Aa steigen. Knietief und tiefer stehen sie im Wasser, um an diesem Nachmittag ihren Klagegesang vorzubringen, auf einer Art Wasserorgel begleitet, die durch Wasserdruck betrieben wird.

Doch ehe der Kunstfreund entschlüsselt hat, wen oder was die Wasserwesen hier anklagen, tritt oben auf der Brücke das Hippo auf den Plan. Um die Menge zu Punch Agathe zu locken. Die riesige Marionette lümmelt, anders als am Freitag, diesmal im Gras herum, räkelt sich je nach Windböe lustvoll, während kleine Käfer um sie herumwuseln. Eine afrikanische Sängerin erhebt die Stimme zu Vibrafon-klängen, während sich das Nilpferd unbemerkt trollt.

Eine kurzweilige Intervention, so flüchtig wie das Hippo.

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