Zwei spannende Bände beleuchten Münsters Musikgeschichte von 1919 bis 2019
„Rückblick und Startschuss zugleich“

Münster -

Münsters Musikleben aus 100 Jahren kann man jetzt in einem Doppelband aus dem Verlag Aschendorff nachlesen. Damit untermauern Musikschule, Musikhochschule und Sinfonieorchester in gewisser Weise auch ihr Festjahr zum 100-jährigen Bestehen. Und im November folgt noch eine Festwoche, die es in sich hat.

Montag, 07.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 16:00 Uhr
Initiatoren, Herausgeber und Autoren mit Lesestoff über 100 Jahre Musik in Münster (v.l.): Michael Keller, Jürgen Heidrich, Michael Custodis, Cornelia Wilkens, Johannes Wessels, Golo Berg, Friedrun Vollmer, Norbert Schläbitz und Ulrich Rademacher.
Initiatoren, Herausgeber und Autoren mit Lesestoff über 100 Jahre Musik in Münster (v.l.): Michael Keller, Jürgen Heidrich, Michael Custodis, Cornelia Wilkens, Johannes Wessels, Golo Berg, Friedrun Vollmer, Norbert Schläbitz und Ulrich Rademacher. Foto: /Pier

Einmal historisch tiefgründig und akkurat, einmal bunt und vielfältig, wie das musikalische Leben halt ist: Das zweibändige Kompendium „Musik für Münster“, just erschienen im Aschendorff-Verlag, blättert 100 Jahre „Musik für Münster“ auf und ist, passend zum 100. Geburtstag der großen Musikinstitutionen Münsters, sowohl adäquates Geburtstagsgeschenk wie bleibende Erinnerungsgabe: Band eins widmet sich detailscharf der Geschichte des Städtischen Sinfonieorchesters von 1919 bis 2019. Band zwei blättert die Genese und Entwicklung von Musikhochschule und Westfälischer Schule für Musik im gleichen Zeitraum auf.

Klare Sache, dass die Herausgeber Golo Berg , Michael Custodis und Jürgen Heidrich für Band eins auf wissenschaftliche Akkuratesse setzten und tief in die Archive hinabtauchten. Die musikwissenschaftlich geschulten Autoren bereiten so die Geschichte des Sinfonieorchesters auf: von den Grundlagen des 19. Jahrhunderts, den schwierigen Anfängen unter Gründervater Fritz Volbach nach dem Ersten Weltkrieg, in deren Gefolge dann „erste Dirigenten“ und „beste Solisten“ (Golo Berg) Münster ihre Aufwartung machten, über Vereinnahmung und Propaganda in der NS-Zeit und schwierige Wiederaufbaujahre bis hin zu internationalen Erfolgen mit Mahler und Wagner unter Alfred Walter und Will Humburg in der zweiten Hälfte des 20. bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Eine Chronik am Ende des Bandes gewährt schnellen zeitlichen Zugriff.

Stephan Froleyks, Ulrich Rademacher und Friedrun Vollmer nähern sich mit ihren Autoren in Band zwei dem wunderbaren Kosmos musikalischer Erziehung und Bildung. Das reicht von der musikalischen Früherziehung und Stimmbildung bis zu „Jugend musiziert“ und von der musikpädagogischen Ausbildung bis zu höchsten akademischen Konzertweihen. Dass aus kleinen Anfängen große Künstler werden können, zeigen Interviews, die Redakteure unserer Zeitung mit früheren „Alumni“ der münsterschen Musik- und Bühnenwelt führten. Unterhaltungskünstler Götz Alsmann, Burgschauspieler Gerd Böckmann, Blockflötistin Tabea Debus, Dirigent Matthias Foremny, Geigerin und Konzertmeisterin Su­yoen Kim sowie die Sängerin und Schauspielerin Ute Lemper belegen, dass Münster wahrhaftig kein schlechtes Nest für Musik und Bühnenkunst ist. Für Musikschulleiterin Friedrun Vollmer ist der Doppelband „Rückblick und Startschuss zugleich“. Münsters Musikkosmos könnte, wie Protagonisten gerade in diesen Tagen einflechten, noch schöner werden, wenn die seit Jahrzehnten debattierte „Raum“-Frage endlich gelöst und der „Musikcampus“ Wirklichkeit wird.

Zum Thema

Musik für Münster. Band 1: Die Geschichte des Städtischen Orchesters 1919-2019; Band 2: Musikhochschule und Westfälische Schule für Musik, Aschendorff-Verlag, je 19.80 Euro.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6986428?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F3825912%2F
Polizei sucht auffälligen VW Polo
Das Foto zeigt das mutmaßliche Fluchtfahrzeug.    
Nachrichten-Ticker