Joachim Gauck im Theater Münster
„Diese Toleranz fällt schwer“

Münster -

Toleranz ist in diesem Jahr das große Thema für Joachim Gauck. „Toleranz: einfach schwer“ heißt sein jüngstes Buch, erschienen im Juni – und die Idee zu diesem Werk entstand ausgerechnet in Münster. Das berichtete der ehemalige Bundespräsident am Freitagabend im dortigen Theater.

Sonntag, 20.10.2019, 14:14 Uhr aktualisiert: 20.10.2019, 14:24 Uhr
Mal kämpferisch, mal nachdenklich, mal richtig lustig: Ex-Bundespräsident Joachim Gauck im Theater Münster.
Mal kämpferisch, mal nachdenklich, mal richtig lustig: Ex-Bundespräsident Joachim Gauck im Theater Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Als weiser Mahner ist Gauck bekannt, und in seiner Amtszeit von 2012 bis 2017 war genau das sein Beruf. Bei seinem Vortrag zeigte er dagegen auch auch als kurzweiliger und vor allem bisweilen sehr lustiger Unterhalter. Gleich zu Beginn schmiss er sich mächtig ran: „Ich bin einer Bekenner der Freiheit – und des westfälischen Menschenschlags.“ Er lobte die Domstadt für das schlechte Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl und die vielen freiwilligen Blutspender nach der Amokfahrt am Kiepenkerl.

Als eine Zuschauerin ruft, das Mikro müsse lauter gestellt werden, ulkt Gauck: „Sagen Sie ruhig, wenn etwas ist. Sie wissen ja: Sie sind das Volk.“ Er sagte es so schelmisch, dass die Zuschauer nicht bedächtig applaudieren sondern lachen.

In den knapp anderthalb Stunden nähert er sich dann dem Thema Toleranz. Nur mehr davon zu fordern in Sozialen Medien, gegenüber Flüchtlingen oder gar der AfD, ist ihm zu billig. Gauck hat sich auch der Frage gewidmet, was Toleranz überhaupt ist, wo etwa die Grenze verläuft zwischen tugendhafter Toleranz und einer „herablassenden Duldung“, die eher überheblich wäre.

Joachim Gauck im Theater Münster 2019

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der ehemalige Bundespräsident las aus seinem Buch "Toleranz: einfach schwer" - und referierte vor allem zu diesem Thema.

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  • Gauck steht für "kämpferische Toleranz", wie er erklärte.

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  • Begrüßt wurde er von Veranstalter Hans Dieter Weverinck.

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  • Mit Münster verbindet Gauck sehr viel. So ist er unter anderem Ehrendoktor der münsterischen Universität .

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

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  • Joachim Gauck war am 18. Oktober 2019 im Theater Münster zu Gast.

    Foto: Gunnar A. Pier

Toleranz bedeute nicht, „alles zu ertragen und zu schweigen“: „Tolerante dürfen nicht alles tolerieren“, erklärte er am Beispiel der AfD, die er konsequent nur „diese Partei“ oder „diese Gruppierung“ nannte. „Wer Hass säht, darf nicht auf Toleranz hoffen.“ Trotzdem brauche es die Auseinandersetzung. „Ich streite mich mit denen bis aufs Blut“. Aber: „Diese Toleranz fällt schwer.“ Und dann noch ein Scherz: „Nazis raus – das ist leicht gesagt. Aber wohin?“ Gelächter.

Dass sein Nachdenken über Toleranz den Ursprung in Münster hat, erklärte der 79-Jährige schon zu Beginn: Als er vor zwei Jahren Ehrendoktor der Westfälischen Wilhelm-Universität wurde, suchte er nach einem neuen Thema für seine Vorlesung. Da kam er auf die Toleranz. Das habe jemand vom Buchverlag mitbekommen und vorgeschlagen, ein Buch draus zu machen . . .

Ehrendoktorwürde für Joachim Gauck

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  • Foto: Matthias Ahlke
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