Stadthalle Ahlen
Wundervolles Weihnachtsmärchen

Ahlen -

Die Standing Ovations hat sich das Russische Klassische Nationalballett verdient: Das Ensemble zeigte „Der Nussknacker“ auf höchstem Niveau.

Freitag, 03.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 11:50 Uhr
Eine wundervolle Ballettvorführung gab das Ensemble des Russischen Klassischen Nationalballetts mit Kristina Michailova, Roman Starikov (l.) und Dmitrij Arbuzov (r.)
Eine wundervolle Ballettvorführung gab das Ensemble des Russischen Klassischen Nationalballetts mit Kristina Michailova, Roman Starikov (l.) und Dmitrij Arbuzov (r.) Foto: Peter Schniederjürgen

Das weihnachtliche Märchen „Der Nussknacker“ von E.T.A. Hoffmann gibt es in vielen Varianten – zum Vorlesen, zum Anhören, als Theaterstück. Die charmanteste und klassischste aber ist das Ballett. Wie schön, dass die Stadthalle ebendies engagierte und damit ein kulturelles Terrain eröffnete, von dem man vorher weiß, das es nicht Mainstream ist.

Umso erfreulicher, dass am Donnerstagabend fast 300 Gäste gekommen sind, um das Russische Klassische Staatsballett zu sehen und die bekannten Nussknacker-Melodien Tschaikowskys zu genießen.

Ballettkunst der Extraklasse

Die Tänzerinnen und Tänzer – allen voran die Primaballerina Kristina Michailova als Marie und Roman Starikov als Prinz – bieten dem Publikum Ballettkunst der Extraklasse, ihre Kraft und Körperbeherrschung sorgen für Staunen und absolute Bewunderung.

Die Choreographie des russischen Ballettkünstlers und ehemaligen Bolshoi-Mitglieds Konstantin Iwanow vereint traditionelle Ausdrucksformen mit modernen Elementen. Das Publikum erlebt harmonische Tanzbilder und perfekte Abstimmung des Ensembles, und taucht auch dank punktgenau gesetzter Lichteffekte tief in die Geschichte ein.

In der freut sich Marie über das Weihnachtsgeschenk von Onkel Drosselmeier – ein Nussknacker nämlich. So schön ist die Holzfigur, dass das Mädchen sogar neben ihr schläft. Als Marie aber um Mitternacht aufwacht, wird plötzlich das Spielzeug lebendig. Und der Mäusekönig mit seiner wilden Armee – übrigens wie alle anderen Tänzerinnen und Tänzer in bezaubernden, perfekten Kostümen – bedroht den geliebten Nussknacker.

Furchterregender Mäusekönig

Den Kampf der Mäusearmee mit den Spielzeugsoldaten bringt das Russische Staatsballett so eindringlich und mitreißend auf die Bühne, dass das Publikum gebannt dem spannenden Tanzgefecht folgt. Da bleiben die Münder nicht nur der kleinen Ballettratten im Zuschauerraum offen stehen. Aber auch die Reise ins Märchenland, die Tänze aus Spanien, China und Russland, die wirbelnden Schneeflöckchen und grazilen Blümchen faszinieren die Zuschauer.

Das Ensemble entführt Frauen, Männer und Kinder für zwei Stunden in eine andere Welt und ertanzt sich damit völlig zurecht Standing Ovations. Gerne wieder mal Ballett in der Ahlener Stadthalle. Das Russische Klassische Nationalballett gibt auch noch „Schwanensee“.

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