Letzte Proben für die alternative Karnevalssitzung Kappe App
Alles im grünen Bereich

Münster -

Letzte Proben laufen derzeit für die alternative Karnevalssitzung Kappe App. Am 14. Februar steigt die 27. Ausgabe dieser alternativen Karnevalsshow. Das wird spannend. Und vor allem – grün!

Sonntag, 09.02.2020, 16:28 Uhr
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Gu Foto: Wolfgang A. Müller

„Wir sind nicht zu sehen“, erläutert Regisseurin Gabriele Brüning , während sich ihr Ensemble am Rand der Bühne sammelt und Schnarchgeräusche von sich gibt. Bei der Probe in Lappes Deele in der Nieberdingstraße erfordert dies mangels Theaterkulisse ein wenig Vorstellungskraft. Aber schon am 14. Februar, wenn die 27. Ausgabe von Münsters alternativer Karnevalsshow unter dem Titel „Grüner wird’s nicht!“ Premiere feiert, ergeben Bild und Ton eine Einheit. Dann kriechen die „Appen Kappen“ verschlafen aus einem Campingzelt hervor.

Noch feilt das Team fleißig an Details. Denn wie bei allen Bühnenkünsten gilt: Was dem Publikum später als leicht erscheint, gründet auf präziser Koordination selbst kleinster Dinge. „Atmen und gucken“, fordert Michael Tumbrinck flachsend von sich selbst, „das muss gehen!“ Gerade hat sich das Ensemble erstmals eine musikalische Nummer im Stil der Comedian Harmonists vorgeknöpft. Für Gabriele Brüning mit etwas zu viel Elan: „Nicht so laut“, mahnt sie und bittet andererseits um mehr „übertriebene Mundbewegungen“. Gesagt, getan: Sogleich gewinnt der Gesang an Nuancen zwischen Belcanto und ironischem Geknödel, und auch die choreografischen Elemente wirken viel akkurater. Kein Wunder, denn die Beteiligten sind in ihrem Metier alle keine Grünschnäbel. Auch Rolf Heutmann, der neu zum Team um Brüning, Tumbrinck, Gründungsmitglied Matthias Menne, Kornelia Kabbaj, Björn Schimpf, Marcello Lang und Michael Holz hinzugestoßen ist, bringt reichlich Erfahrung als Autor und Darsteller mit. Und dazu einen Hauch Exotik – als Holländer und Kölner!

Die Farbe Grün in all ihren symbolischen Facetten liefert den Ausgangspunkt für mal solistische, mal gemeinsame Sketche. Da geht es um Esswettkämpfe, Kleingärtner, Klimaschutz, Katholizismus, Datenmüll, die diesjährige Kommunalwahl, ökologische Oralhygiene. Oder auch um die Liebe – schließlich ist Grün die Farbe der Hoffnung. SUVs und andere Fortbewegungsmittel spielen ebenso eine Rolle: Tontechniker Uwe Kuehs tüftelt bei der Probe an einem Soundtrack aus heulenden Motoren, der mit einer bissigen Groteske über die Faszination an der Formel 1 synchronisiert werden soll.

Neben solchen Brachialgeräuschen kündigt sich übrigens auch tolle Musik an. Michael Holz verspricht, dass „Das Positive-Nachrichten-Lied“ aus seiner Feder ein Hit wird. Als vielgestaltiges Kleinkunstprogramm glänzt „Kappe App“ indes aber auch mit Nervenkitzel und legt nicht nur Lokalpolitik und Zeitgeist unters kabarettistische Messer, sondern auch ein freiwilliges Publikumsmitglied: Wie probt Marcello Lang, der Magier im Team, seine Guillotine-Nummer? Mit Steckrüben? Muss man sich um die Hälse der Mitspieler sorgen? „Ich glaube nicht, dass ich das üben muss“, lautet die schelmische Antwort. „Bin ja Profi.“

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