Borchert-Theater bangt um Zukunft
Intendant Zanger schreibt Brandbrief an Grütters

Münster. -

Den kleinen Theatern in privater Trägerschaft und Freien Gruppen geht in der Corona-Krise die Luft aus. Deshalb wendet sich jetzt der Intendant des Borchert-Theaters, Meinhard Zanger, an Kulturstaatsministerin Monika Grütters. 

Freitag, 13.03.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 19:52 Uhr
Meinhard Zanger
Meinhard Zanger Foto: W. Gerharz

Der Intendant des Wolfgang-Borchert-Theaters in Münster, Meinhard Zanger , hat sich bereits am Freitagabend in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters gewandt. Darin schildert er die prekäre Situation seines Hauses und vieler anderer Privattheater, die jetzt um ihre Zukunft bangen.

Es sei aus juristischen Gründen „existenziell wichtig, dass die Schließung unseres Theaters, die wir aus gesellschaftlicher Verantwortung unbedingt fordern, behördlich angeordnet wird und wir nicht aufgrund von eigenem Ermessen unser Theater schließen müssen“. Gestern nun teilte das Theater, das die Vorstellungen am Samstag und Sonntag aufgrund eines Verbots des münsterschen Ordnungsamts-Dezernenten abgesagt hatte, mit, dass das Theater am Montag eine entsprechende Verfügung der Stadt Münster erwarte. Diese dürfte zur Folge haben, dass alle Vorstellungen bis einschließlich Ostermontag, 13. April, abgesagt werden müssen. Der Probenbetrieb für die kommende Premiere „Momentum“ (23. April) und die Spielzeit 2020/21 wird fortgesetzt. Für die Lesung von Claus Peymann wird gerade noch ein späterer Ersatztermin gesucht.

Für Theaterfreunde, die bereits eine Karte gebucht haben, gibt es nun laut Auskunft auf der Homepage des Borchert-Theaters folgende Möglichkeiten: Diese erhalten einen Gutschein für einen Ersatztermin. Zweitens: Per E-Mail wird storniert, später bekommt man dann den Betrag erstattet. Die dritte Möglichkeit, und die scheint aus Solidarität mit den Kulturtreibenden besonders geboten: „Sie lassen Ihre Eintrittskarte verfallen. Dies käme einer Spende gleich, mit der Sie uns in dieser schwierigen Phase unterstützen würden.“

Durch die Absage von drei Gastspielen und den derzeitigen Rückgang des Kartenverkaufs gegen null sei, so Zanger in seinem Brief an Grütters, bereits jetzt ein erheblicher Einnahmeverlust entstanden, „der uns in unserer Existenz bedroht“. Zanger appelliert an Bund, Land und Stadt, sehr schnell ein Programm aufzulegen, das das Wolfgang-Borchert-Theater, andere Privattheater und Freie Gruppen vor der Insolvenz bewahrt.

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