Näherinnen aus Lübeck verarbeiten glitzerndes Gewebe aus dem Münsterland
Eine Hülle für den Triumphbogen in Paris

Lübeck/Paris/Greven -

Schon früher wurde der Verpackungskünstler Christo für seine Verhüllungsaktionen mit Textilgewebe aus dem Münsterland versorgt, insbesondere von von der Firma Schilgen, die 2012 von Setex aufgekauft wurde. Bei den neuen glitzernden Stoffbahnen zur Verhüllung des Triumphbogens in Paris ist Setex wieder am Start. Zurzeit werden Bahnen in Lübeck zusammengenäht.

Mittwoch, 15.04.2020, 18:32 Uhr
Zwei Mitarbeiterinnen des Stoff verarbeitenden Unternehmens „geo-die Luftwerker“ vernähen Stoffpanele für die kommende Installation des Künstlers Christo am Arc de Triomphe in Paris. Und wieder kommt der Stoff aus dem Münsterland – von der in Hamminkeln und Greven ansässigen Firma „Setex“.
Zwei Mitarbeiterinnen des Stoff verarbeitenden Unternehmens „geo-die Luftwerker“ vernähen Stoffpanele für die kommende Installation des Künstlers Christo am Arc de Triomphe in Paris. Und wieder kommt der Stoff aus dem Münsterland – von der in Hamminkeln und Greven ansässigen Firma „Setex“. Foto: dpa

Vor den Näherinnen der Lübecker Firma „Die Luftwerker“ liegt eine im wahrsten Sinne des Wortes riesige Aufgabe. Aus 25 000 Quadratmetern Spezialstoff fertigen sie im Auftrag des Verpackungskünstlers Christo (84) eine Hülle für den Arc de Triomphe in Paris. Die ersten 6000 Quadratmeter des Materials sind vor Ostern geliefert worden, seither rattern bei den „Luftwerkern“ die Nähmaschinen. Der Stoff kommt, wie auch früher schon, aus dem Münsterland. Die Firma Setex , die 2012 die bekannte Grevener Firma Schilgen mit ihrem Know how in speziellen Industrietextilien übernahm, liefert auch bei diesem Christo-Projekt den Stoff, aus dem die künstlerischen Träume sind.

Die Arbeit mit dem dicken Material sei alles andere als einfach, sagt „Luftwerker“-Firmenchef Robert Mey­knecht. „Es besteht aus Polypropylen und wiegt 615 Gramm pro Quadratmeter. Entsprechend groß ist die Last, die die Mitarbeiter beim Nähen auf dem Schoß haben.“ Dazu komme, dass der mit Metall beschichtete Stoff ziemlich rau sei. „Deshalb tragen die Mitarbeiterinnen Baumwollhandschuhe, die sie regelmäßig wechseln.“

Zugeschnitten werden die Stoffbahnen den Angaben zufolge an einem Schneidplotter mit einer Schnittbreite von 3,10 Meter, beim Zusammennähen sind Spezialgarn und spezielle Nadeln im Einsatz. „In den nächsten Monaten werden wir insgesamt 40 Panels nähen, die dann nach und nach per Lastwagen nach Paris gebracht werden. Die Installation am Arc de Triomphe übernimmt dann ein Team aus Höhenarbeitern“, sagte Meyknecht.

Mit spektakulären Großprojekten kennt man sich in dem Mitte der 1990er Jahre gegründeten Unternehmen aus. Die Mitarbeiter fertigen unter anderem großflächige Werbebanner und Heißluftballons, aber auch immer wieder Kunstprojekte, wie Christos „Floating Piers“ auf dem Lago d’Iseo in Oberitalien oder sein „Big Air Package“ im Gasometer Oberhausen.

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