Sorgen in der Corona-Krise
GOP-Theater fürchtet um Existenz

Münster -

Die Corona-Pandemie und die daraus folgenden Maßnahmen treffen Künstler hart. Die Kulturschaffenden bangen um ihre Existenz. Ohne baldige Perspektive steht auch das GOP Varieté in Münster vor dem Aus.

Mittwoch, 29.04.2020, 14:59 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 18:23 Uhr
Wenn die Varietés nicht bald eine Perspektive bekommen, wird es diese Theater im Herbst nicht mehr geben.
Wenn die Varietés nicht bald eine Perspektive bekommen, wird es diese Theater im Herbst nicht mehr geben. Foto: Frank Wilde

Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es in Deutschland wieder private Varieté-Theater, die sich mit ihren artistisch-musikalischen Programmen im gehobenen Ambiente und bei gastronomischer Versorgung zunehmender Beliebtheit erfreuen. Die Spielstätten mit Platzkontingenten von 200 bis 600 Plätzen finden in Münster ebenso Zuspruch wie in Hamburg, Berlin, Frankfurt oder München.

Mehr als zwei Millionen Gäste besuchen pro Jahr die Vorstellungen. Hier arbeiten im Laufe der Saison 1300 Künstler. 2350 Beschäftige in Voll- und Teilzeit sind darüber hinaus tätig. Doch jetzt muss die populäre Branche um ihre Existenz bangen, heißt es in einer Mitteilung des GOP Varieté.

Enorme laufende Kosten

Alle Spielstätten wurden per Erlass zusammen mit den Kinos, Opernhäusern und Schauspielbühnen im März geschlossen. Zwar reduzierten die Betreiber daraufhin ihre vertraglichen Verpflichtungen, doch die enormen laufenden Kosten greifen die Rücklagen an und bereiten zunehmend Sorgen.

Die Entwicklung lässt in absehbarer Zeit die ersten Insolvenzen erwarten. Ein Bereich der Kultur droht wegzubrechen, dessen Renaissance einmalig ist, da sie nur in Deutschland stattgefunden hat.

Hygiene-Maßnahmen wären umsetzbar

Als private Unternehmen erhalten die Betreiber bislang keine öffentliche (Kultur)Förderung. Sie befürchten, mit den zumeist öffentlich finanzierten Stadt- und Landestheatern oder der Gastronomie in einen Topf geworfen zu werden. Dabei bieten die Varieté-Theater den Vorteil, dass die Gäste an festdefinierten Plätzen sitzen und über die gebuchten Karten zudem bekannt ist, wer dort sitzt.

Anders als in klassischen Theatern sitzen die Gäste an Tischen und nicht eng nebeneinander in Reihe. Die geforderten Abstände und Einhaltung der Hygiene-Vorgaben könnten ohne großen Aufwand umgesetzt werden.

Wir müssen fürchten, dass es im Herbst keine Varieté-Theater mehr geben wird.

Aus der Pressemitteilung

Dafür allerdings benötigen die Varieté-Theater eine zeitliche Perspektive für eine Wiedereröffnung – eine rasche Wiedereröffnung, heißt es: „Denn wir müssen fürchten, dass es im Herbst – ohne öffentliche Unterstützung – keine Varieté-Theater mehr geben wird.“

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