Nach Corona-Pause
Boulevard Münster öffnet mit Premiere wieder

Münster -

Als erstes Theater verkündet das Boulevard Münster seine Wiedereröffnung. Und das mit einer Premiere: „Der Letzte der feurigen Liebhaber“ muss allerdings ohne Küsse auskommen...

Donnerstag, 14.05.2020, 07:00 Uhr
Das Bühnenbild für das Stück „Der Letzte der feurigen Liebhaber“ steht schon, in vier Wochen sollen die Zuschauer kommen.
Das Bühnenbild für das Stück „Der Letzte der feurigen Liebhaber“ steht schon, in vier Wochen sollen die Zuschauer kommen. Foto: Ober

„Seit Mittwoch wird geprobt!“ Angelika Ober ist happy. Die Prinzipalin des Boulevard Münster darf wieder loslegen. Sie hat mit der Stadt Münster ein Hygienekonzept abgestimmt und grünes Licht bekommen. Am 11. Juni ist die öffentliche Generalprobe, am 12. Juni die erste Premiere nach Corona – eine spezielle für Besucher und für Schauspieler.

Die Besucher müssen Masken tragen, auch wenn sie lachen. Von den normalerweise 120 Plätzen wird nur jeder zweite Platz besetzt. Dort kann die Garderobe liegen, denn die muss geschlossen bleiben wegen der engen Situation. Der enge Gang ist auch der Grund dafür, dass jeweils nur eine Person gleichzeitig zur Toilette darf.

Doppelte Premiere für Darsteller

An der Theke darf sich ebenfalls nur eine Person aufhalten. Ausgegeben werden nur Flaschen. Der Zugang erfolgt über den Mittelgang, der Abgang vor der ersten Reihe – Bewegung nur in eine Richtung. Der Einlass ins Theater erfolgt ebenfalls als Einbahnstraße: rein geht’s über die Königsstraße, raus über den Hötteweg.

Tickets

Karten für die Vorstellungen gibt es unter 0251/545 64, online oder ab 2. Juni an der Boulevard-Kasse. Alle Infos:  www.boulevard-muenster.de

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Für die Darsteller wird es eine doppelte Premiere sein. Sie schauen erstmalig auf ein komplett maskiertes Publikum, und als wäre das nicht schon eine Herausforderung, heißt das Stück auch noch „Der Letzte der feurigen Liebhaber“. Den spielt Eric Haug, und Franziska Bienek alle Frauenrollen.

Küssen auf Distanz

Trotz des Themas gilt auch für die beiden Akteure eine Art Kontaktsperre. „Die feurigen Liebesszenen, die sich der Liebhaber erhofft, müssen wir imaginär machen“, erläutert Angelika Ober. Daher sei das Spiel um den Familienvater Barney Cashman, der nach jahrzehntelanger Ehe nun erotische Herausforderungen sucht, in die jetzige Corona-Zeit verlegt worden.

Wie knisternde Erotik und Küssen auf Distanz funktionieren soll? Das Boulevard wird sich was einfallen lassen – Ober: „Das wird kurios, das wird total witzig.“ Dass es ein Zwei-Personen-Stück ist, hat nicht nur hygienische, sondern auch ökonomische Gründe. Angelika Ober: „Mit kleiner Besetzung geht die Produktion finanziell auf, wenn es gut besucht wird.“ Apropos: Das kleine private Theater ist weiterhin auf Spenden angewiesen.

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